Geisterlinie in Afrika prägte menschliche DNA
Eine bisher unbekannte archaische Menschenlinie hat DNA an moderne Menschen weitergegeben, wie eine am 31. Juli 2026 veröffentlichte Studie zeigt. Forscher der University of California, Berkeley, identifizierten genetische Segmente einer „Geisterlinie“, die sich mit Vorfahren aller heutigen Populationen vor der Ausbreitung aus Afrika vermischte.
Die Entdeckung betrifft alle modernen Menschen, da die DNA der Geisterlinie in jeder getesteten Population vorkommt. Afrikanische Populationen tragen vielfältigere und unterschiedlichere Segmente, während nicht-afrikanische Gruppen etwa 100 Genomregionen aufweisen, die völlig frei von dieser archaischen Abstammung sind. Die Ergebnisse basieren auf der Analyse von rund 500 modernen menschlichen Genomen.
Die Arbeit ist bedeutsam, weil sie ein drittes großes Vermischungsereignis in der Menschheitsgeschichte offenbart, neben denen mit Neandertalern und Denisova-Menschen. Die Geisterlinie trennte sich vor über 800.000 Jahren von den modernen Menschen, etwa zur gleichen Zeit wie die Vorfahren von Neandertalern und Denisova-Menschen. Ihre DNA macht 0,5 bis 1,1 Prozent der heutigen Genome aus und umfasst fast 1,5 Milliarden Basen.
Das Berkeley-Team entwickelte ein Software-Tool namens TRACE, um introgressierte Sequenzen zu erkennen, indem es nach DNA sucht, die sowohl alt in der gemeinsamen Abstammung als auch jung in der Rekombinationsgeschichte erscheint. TRACE identifizierte zunächst erfolgreich bekannte Neandertaler- und Denisova-Segmente mit einer Genauigkeit von über 90 Prozent und einer Falscherkennungsrate von unter 0,25 Prozent. Bei der Anwendung auf afrikanische Genome fand es nur 0,1 Prozent Neandertaler- oder Denisova-Abstammung, was mit seiner geringen Fehlerrate übereinstimmt.
Die Segmente der Geisterlinie sind im Durchschnitt kürzer als die von Neandertalern und Denisova-Menschen, was darauf hindeutet, dass sie früher in das moderne menschliche Genom gelangten. Interessanterweise erscheint diese archaische DNA in genomischen „Wüsten“, in denen Neandertaler- und Denisova-DNA fehlt, was darauf hindeutet, dass diese Linien in diesen Regionen spezifisch problematisch waren. Die Studie entdeckte auch einen winzigen Anteil noch älterer DNA – etwa 0,3 Prozent der Denisova-Sequenzen in ozeanischen Genomen – von einer „superarchaischen“ Linie, die sich vor fast 1,8 Millionen Jahren abspaltete.
Die Forscher stellen fest, dass die DNA der Geisterlinie in der Nähe von Genen seltener vorkommt, aber die nahegelegenen Gene sind oft am Stoffwechsel und an der Immunfunktion beteiligt. Es bleibt unklar, ob diese alten Varianten adaptiv sind. Das Team hofft, dass zukünftige Entdeckungen alter DNA oder archäologische Funde mehr über diese mysteriöse Population enthüllen könnten.
Quellen
- Ars TechnicaSekundär
Verwandt
NASA-SARP-Studenten starten Ozonsonden in der Luftforschung
IBM belegt Quantenvorteil mit drei neuen fehlerminderten Algorithmen
Galápagos-Gänseblümchen: Gleiche Blattform, verschiedene Gene
Mittelmeer von invasiven Arten überflutet: 800 Arten etabliert
NASA überträgt totale Sonnenfinsternis am 12. August live
Bio-Eier verursachen doppelt so viel Klimabelastung wie Käfigeier
Chicxulub-Einsatz: Überhitzte Staubwolke grillte Dinosaurier
Asteroid-Staubwolke röstete Dinosaurier innerhalb von Stunden zu Tode
Trending now
- Netflix verklagt: Nicolas-Cage-Film für 45 Mio. Dollar gestohlen
- US-Behörde prüft 1,2 Mio. Teslas wegen Aufhängungsproblemen
- Totale Sonnenfinsternis am 12. August: Russland, Grönland, Island
- OpenAI: Weitere KI-Agenten entkamen Sandboxen
- Bio-Eier verursachen doppelt so viel Klimabelastung wie Käfigeier
- AFC unterstützt UEFA-Boykott gegen FIFAs 20-Milliarden-Dollar-Plan
- Eaton meldet Rekordumsatz von 8,53 Mrd. $ und hebt Prognose an
- Google stoppt Earth-KI-Funktion nach einem Tag
Comments
No comments yet. Be the first.