Galápagos-Gänseblümchen: Gleiche Blattform, verschiedene Gene
Wissenschaftler haben entdeckt, dass tief gelappte Blätter bei den Galápagos-Riesengänseblümchen, einer Pflanzengruppe namens Scalesia, mehrfach unabhängig voneinander über jeweils unterschiedliche genetische Wege entstanden sind. Die am 30. Juli 2026 veröffentlichte Erkenntnis liefert ein klares Beispiel für parallele Evolution in Aktion.
Die in Nature Communications veröffentlichte Forschung wurde von einem internationalen Team unter der Leitung von Professor Michael D. Martin vom Universitätsmuseum der Norwegischen Universität für Wissenschaft und Technologie und Vanessa Bieker von den Royal Botanic Gardens, Kew, durchgeführt. Sie analysierten die vollständigen Genome aller bekannten Scalesia-Arten, die innerhalb der letzten eine Million Jahre nach ihrer Ankunft vom südamerikanischen Festland entstanden sind.
Dies ist bedeutsam, weil es zeigt, wie komplexe Merkmale wiederholt in getrennten Populationen auftreten können, und vertieft unser Verständnis der adaptiven Radiation – des Prozesses, bei dem sich eine Stammart schnell in viele Formen aufspaltet, die an verschiedene Lebensräume angepasst sind. Die Pflanzen variieren stark, von niedrigen Sträuchern bis zu hohen Bäumen, mit Blättern, die von groß und ganzrandig bis klein und tief gelappt reichen – eine Anpassung, die ihnen helfen könnte, trockene, heiße Bedingungen zu überleben, indem sie den Wasserverlust begrenzen und die Wärme effektiver abgeben.
Die Studie ergab, dass jedes Mal, wenn sich die gelappte Blattform entwickelte, dies über verschiedene Gene geschah, die alle demselben biologischen System der Blattentwicklung angehörten. Anstatt eines einzelnen Mastergens veränderte die Evolution verschiedene Komponenten eines genetischen Netzwerks, um ähnliche physische Ergebnisse zu erzielen.
Charles Darwin sammelte während seines Besuchs auf den Galápagos-Inseln an Bord der HMS Beagle im Jahr 1835 Pflanzenproben, darunter vier Scalesia-Arten, die später als neu für die Wissenschaft identifiziert wurden. Seine Arbeit an den Finken der Inseln wurde zu einem starken Beleg für die natürliche Selektion, und die neue Forschung zeigt, dass die Inseln auch mehr als 150 Jahre später weiterhin Erkenntnisse zur Evolutionsbiologie liefern.
Die genetischen Hinweise deuten auch darauf hin, dass sich neue Scalesia-Arten bilden könnten, da Populationen innerhalb derselben Art große genetische Unterschiede aufweisen und über lange Zeiträume isoliert waren. Die Forscher argumentieren, dass jede Population als eigenständige Schutzeinheit behandelt werden sollte, was die Art und Weise verändern könnte, wie die charakteristischen Pflanzen und Ökosysteme der Galápagos geschützt werden.
Quellen
- ScienceDailySekundär
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