Tesla-Werk Shanghai mit Rekord im Juni, China-Absatz sinkt
Teslas Fabrik in Shanghai produzierte im Juni 2026 insgesamt 93.579 Fahrzeuge – ein Anstieg von 38 Prozent gegenüber dem Vorjahr und ein Rekord für diesen Monat. Doch das Werk beliefert zunehmend Märkte außerhalb Chinas. Im zweiten Quartal übertrafen die Exporte erstmals die lokalen Verkäufe: 128.394 Autos wurden nach Europa, Kanada und in andere asiatische Länder verschifft, während im Inland 126.157 Fahrzeuge verkauft wurden. Niedrige Arbeitskosten, günstigere Komponenten lokaler Zulieferer und chinesische Exportsteuervergünstigungen machen das Werk zu einem äußerst wertvollen Vermögenswert, auch wenn Teslas Gewinnmargen schrumpfen. Das Wall Street Journal berichtete Ende Juli 2026, dass einige Tesla-Führungskräfte damit beauftragt wurden, die chinesischen und nicht-chinesischen Geschäfte des Unternehmens zu trennen. Tesla dementierte diesen Plan. Der Autobauer hat seine Abhängigkeit von China für den US-Markt, seinen größten Markt, bereits reduziert. Ein US-Verbot für chinesische Software in vernetzten Fahrzeugen trat mit dem Modelljahr 2027 in Kraft, ein Hardware-Verbot folgt für das Modelljahr 2030. Tesla importiert keine in China hergestellten Autos mehr in die USA und arbeitet mit nordamerikanischen Zulieferern zusammen, um Komponenten chinesischer Herkunft zu vermeiden. Handelsbeschränkungen sind jedoch nicht der Hauptgrund. Das eigentliche Motiv ist Elon Musks Wunsch, Tesla mit SpaceX zu fusionieren. Das Raumfahrtunternehmen, das inzwischen überschüssige Cybertruck-Pickups in seinem Betrieb einsetzt, möchte Zugang zu öffentlichen Investoren. Der S&P-500-Index lehnte einen Antrag von Musk, dem CEO beider Unternehmen, ab, seine Regeln für SpaceX zu lockern, die vier aufeinanderfolgende profitable Quartale verlangen. Tesla wurde Ende 2020 in den Index aufgenommen, sodass eine Fusion diese Anforderungen umgehen würde. Die Aktien beider Unternehmen sind 2026 um etwa 25 Prozent gefallen, wobei die Messung bei SpaceX erst mit seinem Börsengang im Juni begann. Eine Fusion könnte von der US-Regierung aus Gründen der nationalen Sicherheit blockiert werden, wegen SpaceX' milliardenschwerer Militärverträge und Teslas Aktivitäten in China. Die Logik ist schwer nachzuvollziehen, wenn Tesla nur ein Autobauer wäre. Doch Musk besteht darauf, dass es das nicht ist.
Quellen
- Ars TechnicaSekundär
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