Wissenschaftler entdecken aktive Korallengemeinschaften in einem seit Jahrzehnten für tot gehaltenen Riffsystem wieder
Wissenschaftler haben blühende Korallengemeinschaften in einem Riffsystem vor der Küste Benins in Westafrika entdeckt, das seit Jahrzehnten für tot gehalten wurde. Der Fund, der von Forschern mit Unterwasser-Drohnen gemeldet wurde, zeigt, dass die Riffe in der 'Dämmerzone' des Ozeans – einer schwach beleuchteten Schicht zwischen 60 und 150 Metern Tiefe, in die kaum Sonnenlicht eindringt – vor Leben wimmeln. Die Entdeckung wurde während einer Untersuchung der marinen Ökosysteme der Region gemacht, die aufgrund der starken Strömungen und trüben Gewässer weitgehend unerforscht geblieben waren.
Die Riffe galten lange als durch Küstenentwicklung, Verschmutzung und Überfischung zerstört, ohne Anzeichen aktiven Korallenwachstums seit etwa 60 Jahren. Die Unterwasser-Drohnen zeigten jedoch Bilder gesunder Korallengemeinschaften, darunter verzweigte und plattenförmige Korallen sowie eine Vielzahl von Fischen und anderen Meereslebewesen. Die Ergebnisse wurden in einer Studie in der Zeitschrift Frontiers veröffentlicht, und die Forschung wurde von Wissenschaftlern der Universität Ghana und anderen Institutionen durchgeführt.
Diese Entdeckung ist bedeutsam, weil sie Annahmen über die Widerstandsfähigkeit von Korallenriffen angesichts menschlicher Belastungen in Frage stellt. Die Riffe der 'Dämmerzone' könnten als Refugien für Arten dienen, die in flacheren Gewässern zurückgegangen sind, und eine potenzielle Quelle von Larven bieten, um geschädigte Gebiete wiederzubesiedeln. Die Studie unterstreicht auch den Wert des Einsatzes fortschrittlicher Technologien wie Unterwasser-Drohnen zur Erkundung tiefer, unzugänglicher Lebensräume, die übersehene Biodiversität beherbergen könnten.
Laut der Quelle setzte das Forschungsteam autonome Unterwasserfahrzeuge ein, um die Riffe vor Benin zu kartieren und zu filmen. Die Drohnen zeigten eine ausgedehnte Korallenbedeckung und eine hohe Fischvielfalt, darunter Arten, die zuvor in der Region nicht dokumentiert wurden. Die Wissenschaftler stellten fest, dass sich die Riffe in einem Gebiet mit starkem Auftrieb befinden, der nährstoffreiches Kaltwasser an die Oberfläche bringt, was das unerwartete Korallenwachstum möglicherweise unterstützt.
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass ähnliche 'verborgene' Riffökosysteme auch anderswo entlang der westafrikanischen Küste existieren könnten. Die Forscher planen weitere Untersuchungen, um das Ausmaß dieser Gemeinschaften zu bewerten und Schutzstrategien zu entwickeln. Sie betonen die Notwendigkeit, diese tiefen Riffe vor Bedrohungen wie Grundschleppnetzfischerei und Klimawandel zu schützen, die selbst diese relativ geschützten Lebensräume beeinträchtigen könnten.
Quellen
- Google News ScienceSekundär
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