Märkte

US-Intervention treibt Yen 5% vom 40-Jahres-Tief

2 min read

US-Intervention treibt Yen 5% vom 40-Jahres-Tief
Photo: Veli Yunus Ünal · Unsplash
0 0
XWhatsAppTelegramLinkedIn

Die USA und Japan intervenierten gemeinsam am Devisenmarkt, um den Yen zu stärken, der auf ein Vier-Jahrzehnte-Tief gefallen war. Die Aktion hob den Yen von knapp über 163 auf 157 pro Dollar, ein Gewinn von etwa 5%, bevor ein Teil dieser Gewinne am Montag, dem 3. August 2026, wieder zunichte gemacht wurde.

Die Intervention betrifft direkt Devisenhändler und Anleger, die Yen-denominierte Vermögenswerte halten, sowie japanische Importeure und Exporteure, die empfindlich auf Wechselkursschwankungen reagieren. Die Yen-Schwäche hat die Importkosten für Japan erhöht, während ein stärkerer Yen diese Belastungen mildern, aber die Exportwettbewerbsfähigkeit beeinträchtigen könnte.

Der Schritt ist von Bedeutung, weil ein anhaltend schwacher Yen Japans wirtschaftliche Stabilität bedroht und seltene Unterstützung aus den USA erhalten hat. Analysten bezweifeln jedoch, dass die Rally anhalten wird. UBS-Strategen Teck Leng Tan und Dominic Schnider schrieben am Montag, dass Japans Politikmix wahrscheinlich keine anhaltende Yen-Stärke hervorbringen werde und die Währung eher durch Interventionsrisiko als durch inländische monetäre Fundamentaldaten gestützt werde.

Japan intervenierte zuvor 2022 und 2024, indem es Dollar verkaufte, um Yen zu kaufen. Diesmal deuten Berichte darauf hin, dass das US-Finanzministerium möglicherweise Euro statt Dollar verkauft hat, um Yen zu kaufen, eine Abweichung von traditionellen koordinierten Interventionen, die mit Dollar-Vermögenswerten finanziert werden. Die Reaktion des Dollars am Montag war moderat, was ING-Marktchef Chris Turner auf ungelöste Fragen zurückführte, ob die Federal Reserve im September die Zinsen anheben wird.

Höhere US-Zinsen steigern die Nachfrage nach Staatsanleihen, indem sie höhere Renditen bieten, was den Dollar stärken kann. HSBC-Analysten sagten, eine strukturelle Wende in der Politik der Bank of Japan sei für eine anhaltende Yen-Rally unerlässlich, und verwiesen auf die Notwendigkeit schnellerer Zinserhöhungen und einer klareren Haltung der Regierung zur Währung. Robin Brooks vom Peterson Institute for International Economics argumentierte in einem Substack-Beitrag, dass die ungewöhnliche Euro-basierte Intervention das Vertrauen in den Yen untergraben könnte, da die Märkte sich fragen könnten, warum die USA keine Dollar verwendet haben.

Die Entwicklung des Yen hängt von der politischen Normalisierung der Bank of Japan und den geldpolitischen Entscheidungen der USA ab. Ohne schnellere BoJ-Zinserhöhungen und eine reduzierte fiskalische Expansion fehlt Analysten das Vertrauen in einen anhaltenden Abwärtstrend beim Dollar-Yen-Paar.

Quellen

Report / request removal

Verwandt

Comments

No comments yet. Be the first.