CXMT-Börsengang steigt um 466 %, während KI-Chip-Aktien einbrechen
KI-bezogene Aktien stürzten vom 28. bis 30. Juli 2026 weltweit ab, nachdem chinesische Fortschritte bei der Speicherchipproduktion und Lithografie die Vorherrschaft westlicher Halbleiterfirmen bedrohten. Der Ausverkauf offenbarte die tiefe Verunsicherung der Anleger über die intransparente KI-Ökonomie und ihre Abhängigkeit von wenigen dominanten Akteuren.
Auslöser waren zwei Ereignisse am 27. Juli 2026. Der chinesische Speicherchip-Hersteller CXMT debütierte an der Börse in Shanghai und sein Wert stieg um 466 % auf 3,3 Billionen Yuan (365 Milliarden Pfund). Am selben Tag wurde bekannt, dass Peking eigene Tief-UV-Lithografiegeräte entwickelt hatte und damit das Monopol des niederländischen Unternehmens ASML durchbrach.
Der südkoreanische Kospi-Index trug die Hauptlast und stürzte am 28. Juli um 11,5 % und am 29. Juli um weitere 6 % ab, belastet von SK Hynix und Samsung Electronics. Bis zum 30. Juli war der Nasdaq in Korrektur geraten, nachdem er mehr als 10 % unter seinem jüngsten Höchststand gefallen war. Nvidia verlor über 5 % und musste seine Krone als wertvollstes börsennotiertes Unternehmen der Welt an Apple abgeben.
Am 31. Juli erholten sich die Märkte deutlich, da starke Quartalszahlen von Amazon und Microsoft für Beruhigung sorgten und den Kospi um fast 20 % nach oben trieben. Dennoch verzeichnete der Index seinen schlechtesten Monat seit Oktober 2008.
Analysten bezeichneten den Ausverkauf als Überreaktion. CXMT stellt DRAM-Speicherchips her, nicht die Grafikprozessoren, die KI-Systeme antreiben, und stellt daher keine direkte Bedrohung für den GPU-Marktführer Nvidia dar. Forrester-Analyst Alvin Nguyen merkte an, dass eine weltweite Speicherchip-Knappheit voraussichtlich bis 2030 anhalten werde, sodass der Markteintritt von CXMT helfen könnte, die starke Nachfrage zu decken, anstatt etablierte Anbieter zu verdrängen.
Der Lithografie-Durchbruch hat langfristig größere Bedeutung, doch Experten warnen, dass kommerzielle Maschinen, die mit ASML konkurrieren können, noch Jahre entfernt sind. Civo-CEO Mark Boost nannte es einen symbolischen Sieg, keinen Ersatz über Nacht.
Auch die zentrale Rolle von Nvidia in der KI-Wirtschaft belastete die Stimmung. Das Wall Street Journal berichtete am 26. Juli 2026, dass der Chiphersteller eine Absicherung von 250 Milliarden Dollar für ein OpenAI-Rechenzentrumsprojekt erwäge, nachdem ein 100-Milliarden-Dollar-Deal sechs Monate zuvor geplatzt war. Morningstar führte diese mögliche Verpflichtung als einen Faktor für den Kursrückgang von Nvidia an.
Alvin Nguyen sagte, Nvidia wisse, dass der "Geldregen" irgendwann enden werde. "Selbst ein geschwächtes Nvidia könnte immer noch 2 Billionen Dollar wert sein", fügte er hinzu.
Quellen
- The Guardian WorldSekundär
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