Monde von Schurkenplaneten könnten flüssige Ozeane für Milliarden von Jahren erhalten
Eine neue Studie legt nahe, dass Monde, die Schurkenplaneten umkreisen – Welten, die ohne Mutterstern durch den Weltraum treiben – warm genug bleiben könnten, um flüssiges Wasser für Milliarden von Jahren zu unterstützen, und so möglicherweise unerwartete Zufluchtsorte für Leben bieten. Forscher der Ludwig-Maximilians-Universität München berechneten, dass solche Monde, die nur durch die innere Energie des Planeten und Gezeitenkräfte erwärmt werden, bis zu 4,3 Milliarden Jahre lang unterirdische Ozeane aufrechterhalten könnten, etwa so alt wie die Erde. Diese Erkenntnis stellt die lang gehegte Annahme in Frage, dass Leben die Wärme und das Licht eines Sterns benötigt.
Die im Jahr 2026 veröffentlichte Studie konzentriert sich auf Monde, die Gasriesen umkreisen, die aus ihren Sonnensystemen ausgestoßen wurden. Ohne eine Sonne würden diese Planeten mit der Zeit abkühlen, aber ihre Monde könnten durch die Gravitationskraft des Planeten warm gehalten werden, die durch Gezeitenreibung Wärme erzeugt – derselbe Prozess, der die vulkanische Aktivität auf dem Jupitermond Io antreibt. Die Forscher modellierten, wie lange ein Mond einen flüssigen Ozean unter einer eisigen Kruste aufrechterhalten könnte, unter Berücksichtigung der Masse des Planeten, der Umlaufbahn des Mondes und des allmählichen Abklingens der Gezeitenheizung.
Wenn solche Monde existieren, könnten sie zu den häufigsten Lebensräumen in der Galaxie gehören. Schurkenplaneten sollen Sterne zahlenmäßig übertreffen, und viele könnten Monde gebildet haben, bevor sie in den interstellaren Raum geschleudert wurden. Die Berechnungen des Teams zeigen, dass ein Mond mit einer dicken Eisschicht und einem felsigen Kern genug innere Wärme speichern könnte, um Wasser Milliarden von Jahren lang flüssig zu halten, selbst ohne Sternenlicht. Diese Zeitskala ist vergleichbar mit der Zeit, die das Leben auf der Erde brauchte, um zu entstehen.
Der nächste Schritt, so die Forscher, ist die Suche nach Anzeichen solcher Monde. Zukünftige Teleskope könnten das schwache Infrarotleuchten eines Mondes eines Schurkenplaneten oder die Wasserdampffahnen, die von seiner Oberfläche ausbrechen, entdecken. Wenn sie gefunden werden, könnten diese Welten zu Hauptzielen bei der Suche nach außerirdischem Leben werden und beweisen, dass Leben vielleicht doch keine Sonne braucht.
Quellen
- Google News ScienceSekundär
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