OpenAI erwartet bis 2030 Mittelabfluss von 278 Mrd. Dollar

OpenAI rechnet zwischen 2026 und Ende 2030 mit einem negativen freien Cashflow von 278 Milliarden Dollar. Die Zahl stammt aus einer im Juli erstellten internen Präsentation, über die die Financial Times am 18. September zuerst berichtete. Laut Reuters, die sich auf den FT-Bericht stützt, sieht dasselbe Material einen Umsatzanstieg von 36 Milliarden Dollar in diesem Jahr auf 350 Milliarden Dollar im Jahr 2030 vor — kumuliert rund 840 Milliarden Dollar bis zum Ende des Jahrzehnts. Rechenleistung und Infrastruktur werden mit etwa 856 Milliarden Dollar zum größten Kostenblock des Unternehmens.
Das Dokument entstand für ein großes Rechenleistungsgeschäft, und genau deshalb lassen sich die Zahlen mit früheren Angaben vergleichen. The Next Web, ebenfalls unter Berufung auf die FT, erinnerte daran, dass OpenAI Investoren im Februar eine Rechenrechnung von rund 600 Milliarden Dollar bis 2030 genannt hatte; der Juli-Wert liegt etwa 43 % darüber. Die Redaktion fügte einen eigenen Vorbehalt an: Im Februar war von "Rechenleistung" die Rede, im Juli von "Rechenleistung und Infrastruktur" — ein Teil der Differenz könnte also definitorisch sein.
Die Cashburn-Zeile bewegte sich in die andere Richtung. Eine frühere Schätzung aus dem Mai bezifferte den negativen freien Cashflow für denselben Zeitraum auf rund 305 Milliarden Dollar; der Juli-Wert ist damit etwa 27 Milliarden Dollar besser. Ausgaben können steigen und der Mittelabfluss zugleich sinken, wenn Partner den Aufbau tragen. The Next Web nennt drei Beispiele: Nvidias Gespräche über eine Garantie für 250 Milliarden Dollar an Rechenzentrumsschulden, Oracles Rechenzentrumsinvestitionen, die in Oracles eigener Bilanz landen, und SB Energy, das für einen 20-Jahres-Mietvertrag Optionsscheine auf OpenAI-Anteile im Wert von 5,5 Milliarden Dollar akzeptierte — eine Bezahlung in Eigenkapital statt in Bargeld.
Diese Unterscheidung erklärt, warum die Zahlen über OpenAI hinaus zählen. Der freie Cashflow misst Geld, das ein einzelnes Unternehmen verlässt; er misst nicht die Verpflichtungen, die entlang einer Kette aus Lieferanten, Vermietern und Kreditgebern entstehen. So können ein Aufbau von 856 Milliarden Dollar und ein Abfluss von 278 Milliarden Dollar in demselben Dokument stehen — die Differenz trägt eine fremde Bilanz. Die Zahlen kommen laut Reuters in einer Phase, in der OpenAI in frühen Gesprächen mit Investoren steht, die das Unternehmen vor einem möglichen Börsengang mit rund 1,2 Billionen Dollar bewerten könnten. Im Juni reichte das Unternehmen vertraulich einen IPO-Antrag ein, doch Vorstandschef Sam Altman erklärte, man werde 2026 wegen Bedenken zur KI-Sicherheit nicht an die Börse gehen.
Offen bleibt, ob davon etwas geprüften Abschlüssen standhält. Es handelt sich um Projektionen in einem Papier, das ein Geschäft gewinnen sollte, und sie wurden in diesem Jahr mindestens zweimal überarbeitet. Die Umsatzannahme — nahezu eine Verzehnfachung in vier Jahren — ist die Größe, von der alle anderen abhängen, denn der Mittelabfluss ist nur das, was nach Abzug des Umsatzes von den Ausgaben übrig bleibt. Reuters erklärte, OpenAI sei außerhalb der Geschäftszeiten nicht erreichbar gewesen; das Unternehmen hat den Inhalt der Präsentation öffentlich nicht bestätigt.
Dieser Artikel dient nur zur Information und ist keine Anlageberatung.
Offenlegung: Der redaktionelle Prozess von NewUJ nutzt die Claude-Modelle von Anthropic.
Quellen
- Reuters (via The Lufkin Daily News)Agentur
- The Next WebSekundär
- Deccan Herald (Reuters)Sekundär
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