Haie fressen an Walkadaver auf Jamaika - Behörde warnt

Ein Walkadaver, der am Freitag, dem 18. September, bei Salt Marsh im Bezirk Trelawny an Jamaikas Nordküste angespült wurde, hat Haie ins flache Wasser gelockt. Die staatliche Umwelt- und Planungsbehörde National Environment and Planning Agency (NEPA) reagierte am Samstag, dem 19. September, mit einer öffentlichen Warnung: Wer sich in der Gegend aufhält, soll nicht ins Meer gehen.
Nach Angaben der Zeitung Jamaica Gleaner sahen Augenzeugen den Wal am Freitag gegen 17 Uhr im Meer, bevor der Kadaver an den Strand trieb. Der Anblick zog so viele Schaulustige an, dass sich der Verkehr auf der Straße von St James nach Trelawny über Meilen staute; Beamte der jamaikanischen Polizei rückten an, als die Menschenmenge wuchs. Einige Augenzeugen berichteten der Zeitung, sie hätten einen Hai in der Nähe des Kadavers gesehen, und ein Teil der Walflosse habe abgebissen gewirkt.
In der Mitteilung der NEPA, die am Samstag sowohl der Jamaica Observer als auch der Gleaner wiedergaben, heißt es, der Kadaver könne "weiterhin Haie und andere Aasfresser anziehen, auch wenn die Fressaktivität nicht mehr sichtbar ist". Die Behörde forderte die Öffentlichkeit auf, in der unmittelbaren Umgebung auf Schwimmen, Angeln und andere Freizeitaktivitäten zu verzichten, bis die Behörden Entwarnung geben; Kinder und Haustiere vom Ufer fernzuhalten; den Kadaver nicht zu berühren, zu stören oder zu entfernen; die Haie niemals zu füttern, zu fangen, zu provozieren oder zu vertreiben; und sich den Tieren nicht mit Booten zu nähern oder sie einzukreisen.
Die NEPA äußerte sich auch zu etwas, das die Menschen vor Ort selbst sehen konnten: der rötlichen Färbung des Wassers. Diese gehe wahrscheinlich auf Blut und Gewebe zurück, die beim Fressen freigesetzt werden, und sei nicht automatisch als Zeichen von Verschmutzung zu werten. Haie und Meeressäuger in jamaikanischen Gewässern seien ein natürliches Vorkommnis, und das Fressen selbst Teil eines normalen ökologischen Prozesses und kein Hinweis auf ein ungewöhnliches Umweltereignis. Haie wirkten sowohl als Räuber als auch als Aasfresser, entfernten verwesende organische Substanz und führten Nährstoffe in den Kreislauf zurück.
Wichtige Fragen bleiben offen. Weder die NEPA noch eine der beiden Zeitungen hat die Walart bestimmt oder die Todesursache genannt; der Gleaner schrieb, es habe zunächst keine offizielle Auskunft darüber gegeben, ob der Kadaver untersucht oder entfernt wird. Zuständig für Fischereiforschung, Überwachung und Naturschutz ist in Jamaika die National Fisheries Authority. Bis die Behörden etwas anderes mitteilen, gilt die Anweisung der NEPA unverändert: nur aus sicherer Entfernung beobachten und die Freigabe abwarten, bevor man wieder ins Wasser geht.
Quellen
- Jamaica ObserverSekundär
- Jamaica GleanerSekundär
- Jamaica GleanerSekundär
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