Amazon stoppt Frachtpartner 21 Air nach Miami-Unfall mit 5 Toten

Amazon hat die Zusammenarbeit mit 21 Air ausgesetzt. Eine Boeing 767 des Frachtunternehmens aus North Carolina war am 6. September am Miami International Airport über die Landebahn hinausgeschossen und hatte fünf Menschen am Boden getötet. Die Entscheidung gab Amazon am 13. September bekannt, genau eine Woche nach dem Unfall.
"Nach dem tragischen Vorfall am vergangenen Wochenende haben wir Zeit darauf verwendet, die Untersuchung zu unterstützen und die Begleitumstände zu prüfen, und wir haben entschieden, unsere Operationen mit 21 Air, dem Betreiber von Flug 7598, zu pausieren", erklärte Amazon-Sprecherin Kelly Nantel in einer von der Nachrichtenagentur Associated Press zitierten schriftlichen Stellungnahme. Man werde die Untersuchung und alle Betroffenen weiter unterstützen.
Die mit Amazon-Paketen beladene Maschine kam laut AP zu schnell herein, rollte rund 396 Meter (1.300 Fuß) über das Bahnende hinaus und prallte auf einen Kleinbus mit Beschäftigten eines Flugzeugreinigungsunternehmens. Alle fünf Todesopfer saßen in dem Fahrzeug, fünf weitere Menschen wurden verletzt.
Der Schritt wiegt schwer, weil er die erste wirtschaftliche Folge einer noch am Anfang stehenden Untersuchung ist. Vom National Transportation Safety Board (NTSB) am 9. September veröffentlichte Flugdaten zeigen, dass einer der Piloten seinen Kollegen sowohl im Anflug als auch nach dem Aufsetzen warnte, man sei zu schnell. Das Flugzeug lag im Anflug unruhig in der Luft und setzte erst weit hinter dem vorgesehenen Punkt auf, sodass weniger Bremsweg blieb. Rückenwind könnte die Maschine zusätzlich getragen haben. Die Cockpit-Tonaufzeichnung enthielt zudem mehrere automatische Warnungen zur Sinkrate und zum näher kommenden Gelände.
Für alle, die Pakete verschicken oder empfangen, öffnet der Fall ein seltenes Fenster in das Netz beauftragter Frachtflieger hinter der schnellen Lieferung. Amazon betreibt die meisten seiner Frachter nicht selbst, sondern kauft Kapazität bei Unternehmen wie 21 Air ein, das seit 2024 Amazon-Pakete transportierte und auch für DHL fliegt. DHL äußerte sich zunächst nicht dazu, ob es weiter mit dem Carrier arbeiten wird. Die verunglückte Maschine war nach Angaben des Flugverfolgungsdienstes Flightradar24 32 Jahre alt, ursprünglich als Passagierjet gebaut und 2015 zum Frachter umgerüstet — ein in Frachtflotten verbreiteter Weg.
Die Ursache ist weiterhin offen. Das NTSB hat keine Schuld zugewiesen und will das Handeln der Piloten und Fluglotsen, die Wartungshistorie der Maschine, die Praktiken der Fluggesellschaft sowie das stürmische Wetter zum Unfallzeitpunkt prüfen. Das vollständige Protokoll der Cockpit-Gespräche wird erst später im Verfahren veröffentlicht.
21 Air teilte mit, man konzentriere sich weiterhin darauf, "die Familien und Angehörigen zu unterstützen, die von diesem Unfall betroffen sind", und arbeite mit dem NTSB und Partnern wie Amazon zusammen. "Wir vertrauen auf unsere Sicherheitsrichtlinien, Verfahren und Schulungen", so das Unternehmen.
Quellen
- Associated Press (via PBS NewsHour)Agentur
- CBC NewsSekundär
Verwandt
US-Diesel auf Rekordwert von 6,23 Dollar je Gallone
Dell meldet Rekordquartal, hebt Prognose dank KI-Servern an
SLB setzt 4,1 Milliarden Dollar auf KI-Rechenzentrumskühlung
GoPro fusioniert für 285 Mio. Dollar und setzt auf KI-Infrastruktur
Nvidia investiert 3,5 Milliarden Dollar in MediaTek
Tim Cook tritt nach 15 Jahren als Apple-CEO zurück
Eli Lilly kauft Merida Biosciences für 2,88 Mrd. Dollar
Bericht: Nvidia kauft Hugging Face für 12,9 Milliarden Dollar
Trending now
- Microsoft: Gefälschte IT-Helpdesk-Anrufe hebeln Passkeys aus
- Zverev schlägt Shelton in vier Sätzen und gewinnt die US Open
- VW Mission Efficiency: Weltrekord mit cW-Wert 0,158
- Marvel's Wolverine startet auf PS5 mit Metascore 77
- Revolut-Datenleck: Angreifer forderten 10.000 Bitcoin
- Saudi-Pipeline wochenlang defekt, Brent über 107 Dollar
- US-Zehnjahresrendite bei 5,014 % – dann Rückfall auf 4,94 %
- US-Diesel auf Rekordwert von 6,23 Dollar je Gallone
Comments
No comments yet. Be the first.