NASA bestätigt McGetchin: 222-Meter-Krater auf dem Mond

Die NASA hat den größten jemals nachgewiesenen frisch entstandenen Einschlagskrater im gesamten Sonnensystem bestätigt und benannt. Die Narbe, die nun McGetchin-Krater heißt, misst 222 Meter (728 Fuß) im Durchmesser und 43 Meter (141 Fuß) in der Tiefe. Sie wurde irgendwann zwischen dem 11. April und dem 22. Mai 2024 in die Mondoberfläche geschlagen. Nach Angaben der NASA war der verantwortliche Körper ein Asteroid oder Komet von der Größe eines drei- bis sechsstöckigen Gebäudes.
Die Ankündigung erfolgte am 16. September 2026, doch die Spurensuche begann deutlich früher. Robert Wagner, Bildverarbeitungsspezialist im Kamerateam des Lunar Reconnaissance Orbiter bei Intuitive Machines, bemerkte den Krater am 24. Oktober 2025 bei einer routinemäßigen Qualitätsprüfung von Aufnahmen der Weitwinkelkamera. Weil der Orbiter denselben Geländeabschnitt schon vor dem Einschlag fotografiert hatte, konnte das Team das Ereignis auf ein Fenster von 41 Tagen eingrenzen, statt es zu schätzen. Die Ergebnisse erschienen am 16. September 2026 in zwei Aufsätzen in der Fachzeitschrift Science Advances: "A new 222-m diameter lunar crater" unter Leitung von M. S. Robinson und "New lunar crater reveals extensive distal regolith modification" unter Leitung von D. A. Paige von der University of California, Los Angeles. Benannt ist der Krater nach Thomas McGetchin, einem Mondforscher, der einst das Lunar and Planetary Institute in Houston leitete.
Interessant ist vor allem, wie selten so etwas vorkommt. Von Phys.org zitierte Forschende schätzen, dass ein Einschlag dieser Größenordnung den Mond nur etwa alle 132 Jahre trifft. Die NASA selbst formuliert vorsichtiger und spricht von etwa einmal pro Jahrhundert oder seltener. In beiden Fällen ist der praktische Gewinn derselbe: Erstmals liegen hochaufgelöste Bilder desselben Mondgeländes vor und nach einem Treffer dieser Größe vor – aus einer statistischen Schätzung wird ein gemessenes Ereignis. Der zweite Aufsatz zeigt, dass der Einschlag nicht nur ein Loch grub, sondern die lockere Oberflächenschicht weit über den Kraterrand hinaus umwälzte. "Wir begreifen Einschläge inzwischen als eine Art Umgraben des Regoliths – die Sedimente werden durchmischt, und Material, das sonst unter der Oberfläche liegt, kommt nach oben", sagte Paige gegenüber Phys.org.
Einiges bleibt offen. Der genaue Tag des Einschlags ist innerhalb des Zeitraums April bis Mai 2024 weiterhin unbekannt, und die veröffentlichten Arbeiten klären nicht, ob es ein Asteroid oder ein Komet war. Der Orbiter fotografiert die Stelle weiter – die mit der Ankündigung veröffentlichte Aufnahme der Schmalwinkelkamera entstand am 5. Dezember 2025 – und wiederholte Überflüge sollen zeigen, wie schnell die frische Auswurfdecke wieder mit der Umgebung verschmilzt.
Quellen
- NASA SciencePrimärquelle
- Phys.orgSekundär
- ScienceDailySekundär
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