Jodrell-Bank-Observatorium droht Schließung nach Kürzung der Fördermittel durch Hauptgeldgeber
Das Jodrell-Bank-Observatorium, Heimat eines weltweit renommierten Netzwerks von Radioteleskopen, ist von der Schließung bedroht, nachdem sein wichtigster staatlicher Geldgeber die finanzielle Unterstützung eingestellt hat. Die Einrichtung, zu der das ikonische, denkmalgeschützte Lovell-Teleskop gehört, ist seit Jahrzehnten ein Eckpfeiler der Tiefraumforschung.
Die Entscheidung betrifft Wissenschaftler weltweit, die auf Jodrell Bank für Studien von Galaxien, Schwarzen Löchern, Sternentstehung, Exoplaneten und dem kosmischen Mikrowellenhintergrund – dem Nachglühen des Urknalls – angewiesen sind. Die Schließung des Observatoriums wäre ein schwerer Schlag für die britische Astronomie, da es einzigartige Instrumente beherbergt, die bahnbrechende Beobachtungen ermöglichen, die anderswo nicht möglich sind.
Die Kürzung der Mittel erfolgt durch den Science and Technology Facilities Council (STFC), der ankündigte, den Betrieb des Observatoriums nicht länger zu unterstützen. Ein genaues Datum für die Schließung wurde nicht genannt, aber Wissenschaftler warnen, dass die Einrichtung ohne alternative Finanzierung innerhalb von Monaten geschlossen werden könnte.
Jodrell Bank ist seit 1945 in Betrieb und spielte 1957 eine Schlüsselrolle bei der Verfolgung des sowjetischen Sputnik-Satelliten. Es ist außerdem UNESCO-Weltkulturerbe, anerkannt für seine wissenschaftliche und kulturelle Bedeutung. Das Observatorium beschäftigt derzeit rund 100 Mitarbeiter und unterstützt zahlreiche Forschungsprojekte.
Die nächsten Schritte umfassen dringende Gespräche zwischen der University of Manchester, die das Observatorium betreibt, und potenziellen alternativen Geldgebern, darunter private Spender und internationale Partner. Ohne eine neue Finanzierungsquelle wird die Einrichtung gezwungen sein, den Betrieb einzustellen, was Jahrzehnte bahnbrechender astronomischer Forschung beendet.
Quellen
- The Guardian WorldSekundär
- Google News ScienceSekundär
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