Rocket Lab ficht 700-Mio-Dollar-Mars-Auftrag für Blue Origin an

Rocket Lab hat am 11. September 2026 mitgeteilt, beim US Government Accountability Office (GAO) formell Einspruch gegen die Entscheidung der NASA eingelegt zu haben, das Mars Telecommunications Network (MTN) an Blue Origin zu vergeben. Die NASA hatte die Auswahl laut eigener Mitteilung am 1. September 2026 bekannt gegeben – in einem Festpreisvertrag mit einem Höchstwert von rund 700 Millionen Dollar, der Entwurf, Entwicklung, Integration, Start und Betrieb des Netzes umfasst.
Rocket Lab legte seine Argumentation in einem Beitrag auf X dar. Die "Vergabeentscheidung der NASA scheint mit den vom Kongress vorgeschriebenen Eignungskriterien unvereinbar zu sein", schrieb das Unternehmen, und die "strafende Prüfung des technischen Angebotsteils von Rocket Lab durch die Behörde war inkonsistent und traf unzutreffende Behauptungen und Schlussfolgerungen." Weiter hieß es: "Vergabestandards existieren, um fairen Wettbewerb zu sichern und öffentliche Investitionen zu schützen. Wir betreiben diese Überprüfung, damit diese Standards bei kritischer Infrastruktur eingehalten werden, die die amerikanische Mars-Erkundung für Jahrzehnte tragen wird." Das sind Rocket Labs eigene Einschätzungen der NASA-Bewertung, keine Feststellungen einer Prüfinstanz.
Der Einspruch trifft auf einen Zeitplan ohne Puffer. Laut Space.com bewilligte der Kongress die 700 Millionen Dollar für die Sonde im Juli 2025, die NASA veröffentlichte ihre Ausschreibung im Mai 2026; demselben Bericht zufolge galten Blue Origin und Rocket Lab als aussichtsreichste Bewerber. Nach der NASA-Mitteilung muss das MTN – trotz des Wortes "Network" im Namen eine einzelne Sonde – spätestens am 31. Dezember 2028 geliefert werden, der Betrieb am Mars wird bis 2030 erwartet.
Am Ausgang hängt die Datenverbindung selbst. Die NASA beschreibt die MTN-Sonde als Träger von Wissenschaftsdaten, Bildern, Navigationsinformationen und Missionskommunikation für Fahrzeuge auf und um den Mars. Dieser Verkehr läuft heute laut Space.com über zwei altgediente Orbiter: Mars Odyssey und den Mars Reconnaissance Orbiter. Die NASA datiert deren Starts auf ihren eigenen Missionsseiten auf den 7. April 2001 beziehungsweise den 12. August 2005 und beschreibt Odysseys Relaisverbindung als erstes Glied einer Kommunikationsbrücke zur Erde.
Bemerkenswert ist zudem der Rollentausch in der Akte. Blue Origin hatte 2021 selbst beim GAO Einspruch eingelegt, nachdem die NASA SpaceX für den ersten bemannten Lander des Artemis-Programms ausgewählt hatte. Das GAO wies den Einspruch im Juli 2021 zurück, Blue Origin verklagte daraufhin die NASA und verlor im November 2021 vor Gericht – 2023 gewann das Unternehmen dann den Auftrag für einen zweiten Artemis-Lander.
Offen ist, wie das GAO entscheiden wird. Die Behörde muss nach eigenen Angaben binnen 100 Kalendertagen entscheiden, was bei einer Einreichung am 11. September auf den 20. Dezember 2026 fällt. Eine Entscheidung liegt nicht vor, und die Einspruchsakte ist nicht öffentlich.
Quellen
- NASAPrimärquelle
- U.S. Government Accountability OfficePrimärquelle
- NASA Science — Mars Reconnaissance OrbiterPrimärquelle
- Space.comSekundär
- Via SatelliteSekundär
Verwandt
700. Falcon-Flug vollendet SES-Netz mit 13 Satelliten
Deutsche Rakete erreicht Orbit von europäischem Boden
BepiColombo startet nach 8 Jahren Ankunft am Merkur
NASA vergibt Blue Origin 700-Millionen-Dollar-Vertrag für Mars
KI entwirft Sonde für Flug zu Alpha Centauri bis 2029
NASA-Astronautin Meir und ESA-Astronautin Adenot im All
NASAs Roman-Weltraumteleskop startet Richtung L2
Tiefe partielle Mondfinsternis färbt Mond blutrot
Trending now
- Microsoft: Gefälschte IT-Helpdesk-Anrufe hebeln Passkeys aus
- Zverev schlägt Shelton in vier Sätzen und gewinnt die US Open
- VW Mission Efficiency: Weltrekord mit cW-Wert 0,158
- Marvel's Wolverine startet auf PS5 mit Metascore 77
- Revolut-Datenleck: Angreifer forderten 10.000 Bitcoin
- US-Zehnjahresrendite bei 5,014 % – dann Rückfall auf 4,94 %
- Saudi-Pipeline wochenlang defekt, Brent über 107 Dollar
- US-Diesel auf Rekordwert von 6,23 Dollar je Gallone
Comments
No comments yet. Be the first.