Raumfahrt

BepiColombo startet nach 8 Jahren Ankunft am Merkur

Veröffentlicht am 2 min readVon NewUJ Editorial Desk

Aktualisiert am neue Informationen ergänzt

BepiColombo startet nach 8 Jahren Ankunft am Merkur
Foto: ESA–C. Carreau, Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0 IGO
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Die europäische Raumfahrtagentur ESA und die japanische Raumfahrtagentur JAXA haben am 3. September 2026 die heikelste Phase ihrer gemeinsamen BepiColombo-Mission eingeleitet: Um 14:00 MESZ trennte sich das Merkur-Transfermodul der Sonde von den beiden wissenschaftlichen Orbitern. Das Manöver erfolgte, nachdem die Sonde ihre Fracht seit dem Start mehr als 10 Milliarden Kilometer weit transportiert hatte.

Die Trennung ist jetzt bedeutsam, weil sie nach Angaben der ESA eine der operativ anspruchsvollsten Ankunftssequenzen einleitet, die je bei einer Planetenmission versucht wurden. BepiColombo startete im Oktober 2018 mit einer Ariane-5-Rakete von Französisch-Guayana aus und umkreist seit fast acht Jahren das innere Sonnensystem, um genug Geschwindigkeit abzubauen, damit sie von der schwachen Schwerkraft des Merkur eingefangen werden kann, statt einfach vorbeizufliegen. Dieses schrittweise Abbremsen gelang durch wiederholte Vorbeiflüge an Erde, Venus und Merkur selbst, da ein Planet so tief in der Schwerkraftmulde der Sonne nicht mit einem einzigen Triebwerksmanöver eingefangen werden kann.

"Die Ankunft von BepiColombo ist kein einzelnes Ereignis. Vor uns liegen rund sechs Monate intensiver Operationen", sagte Ignacio Tanco, Leiter der Merkur-Missionsoperationen bei der ESA, über die mit der heutigen Trennung beginnende Sequenz.

Der weitere Zeitplan ist eng getaktet: Die Schwerkraft des Merkur wird die Sonde am 21. November einfangen, die beiden wissenschaftlichen Orbiter trennen sich am 9./10. Dezember voneinander, der Mercury Planetary Orbiter der ESA erreicht am 16. Dezember seine Arbeitsumlaufbahn, und der japanische Mercury Magnetospheric Orbiter (Mio) folgt am 10. März 2027. Die wissenschaftlichen Beobachtungen sollen im April 2027 beginnen.

Die Mission ist wichtig, weil sie zwei unabhängige Orbiter einsetzt, um einen Planeten zu untersuchen, den Raumsonden nur selten erreichen: Merkur umkreist die Sonne in nur 58 Millionen Kilometer Entfernung, und seine Oberflächentemperatur steigt während seines 88-tägigen Umlaufs auf bis zu 430 Grad Celsius. Eine Sonde dort in eine Umlaufbahn zu bringen, statt sie nur vorbeifliegen zu lassen, erfordert genau den mehrjährigen, schwerkraftgestützten Ansatz, den BepiColombo verfolgt hat. Sobald beide Orbiter in Position sind, sollen sie das Magnetfeld, die Oberflächenzusammensetzung und die dünne Exosphäre des Merkur kartieren – Daten, die laut ESA erklären sollen, wie ein Gesteinsplanet einem Stern so nahe entstehen und überleben kann.

Bild: ESA–C. Carreau, Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0 IGO

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