KI entwirft Sonde für Flug zu Alpha Centauri bis 2029

Eine gemeinnützige Gruppe namens Fermi Explorer Mission gab am 1. September bekannt, dass sie die erste von Menschen gebaute Raumsonde zu einem anderen Sternsystem starten will – Ziel ist Alpha Centauri, das mit 4,4 Lichtjahren nächstgelegene Sternsystem zur Sonne. Die erklärten Ziele der Mission sind ein Start vor Ende 2029, Gesamtkosten von unter 15 Millionen Dollar und eine Nutzlast von mindestens 1 Kilogramm in einem 10x10x10-Zentimeter-Paket.
Die Flugbahn wurde mit Hilfe von Physical Superintelligence (PSI) entworfen, einem KI-nativen Physik-Forschungslabor, das am selben Tag mit 58 Millionen Dollar Startkapital unter Führung von Breakthrough Energy aus der Stille trat. Laut dem Missionsteam verbrachte das KI-System von PSI rund 10 Milliarden Tokens in einer Woche, um ein sogenanntes "Perihel-Pump-Manöver" zu entdecken: Die Sonde würde sich etwa 12 Jahre lang spiralförmig von der Erde entfernen, durch wiederholte Schwerkraftmanöver nahe der Sonne an Geschwindigkeit gewinnen, bevor ein letzter Antriebsschub sie mit rund 24 Kilometern pro Sekunde in Richtung Alpha Centauri schickt – schneller, als Voyager 1 oder Voyager 2 den interstellaren Raum erreichten. Die Missionsorganisatoren geben an, dass NASA-Berater die Physik validiert haben.
Selbst bei dieser Geschwindigkeit würde die Sonde rund 80.000 Jahre benötigen, um 99 Prozent der Strecke zu Alpha Centauri zurückzulegen. Das Budget der Mission stützt sich auf Spenden, darunter 100-Dollar-Beiträge im Austausch für einen eingravierten Namen auf der Sonde. Die Nutzlast soll wissenschaftliche Instrumente, künstlerische Beiträge, eine Hommage ähnlich der Goldenen Schallplatte der Voyager-Sonden sowie von nationalen Weltraumbehörden koordinierte Botschaften von Kindern aus aller Welt umfassen.
Das von Missionspräsident Philip Johnston geleitete Team wählte Alpha Centauri anstelle des näheren Proxima Centauri, weil die beiden sonnenähnlichen Sterne von Alpha Centauri etwa 2.000-mal mehr Energie abstrahlen, was das System laut den Organisatoren für künftiges menschliches Interesse vielversprechender macht. Johnston beschreibt die Mission als "weitgehend autonom" und sagt, dass nach Verlassen des Sonnensystems "alles abschaltet und die Sonde einfach weiterfliegt".
Die Organisatoren stellen das Projekt als praktischen, kostengünstigen Schritt in Richtung interstellarer Reisen dar und als Antwort auf das Fermi-Paradoxon: die Frage, warum die Menschheit angesichts der riesigen Zahl von Sternen bislang keinen Beweis für andere Zivilisationen gefunden hat.
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