Raumfahrt

NASA: Roman-Teleskop hat Sprit für mindestens 22 Jahre

Veröffentlicht am 2 min readVon NewUJ Editorial Desk

Aktualisiert am neue Informationen ergänzt

NASA: Roman-Teleskop hat Sprit für mindestens 22 Jahre
Foto: NASA's Goddard Space Flight Center
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Die NASA teilte am 14. September 2026 mit, dass ihr Nancy Grace Roman Space Telescope genügend Treibstoff für „mindestens 22 Jahre möglichen Wissenschaftsbetriebs“ an Bord hat — mehr als das Doppelte der zehn Jahre, für die das Flaggschiff-Observatorium ausgelegt wurde. Der Spielraum stammt aus einem einzigen Manöver: Die erste Bahnkorrektur der Mission am 31. August wurde mit einer Genauigkeit von über 99 % ausgeführt.

Diese Präzision ließ fast das gesamte eingeplante Treibstoffkontingent unberührt. Das Manöver verbrauchte rund 40 Pfund (18 Kilogramm) Treibstoff gegenüber den dafür veranschlagten 441 Pfund (200 Kilogramm) — weniger als 10 % der geplanten Menge. Roman startete am 30. August mit einer SpaceX Falcon Heavy vom Kennedy Space Center in Florida und befindet sich nun auf einem rund dreimonatigen Flug zu seinem Arbeitsplatz am Lagrange-Punkt L2 des Systems Sonne–Erde.

Das Goddard Space Flight Center der NASA teilt die zwölf zusätzlichen Jahre in drei etwa gleich große Anteile. Vier Jahre ergeben sich aus der Genauigkeit des Manövers vom 31. August. Weitere vier stammen aus Treibstoff, der vor dem Start zusätzlich getankt wurde: Das Budget ging von einem konservativen Höchstgewicht von 21.605 Pfund (9.800 Kilogramm) aus, tatsächlich wog Roman aber 17.760 Pfund (8.056 Kilogramm) — genug Reserve, um die Tanks bis zur Kapazitätsgrenze zu füllen. „Die Masse eines Raumfahrzeugs ändert sich während Entwurf und Bau, deshalb legen wir dem Treibstoffbudget einen festen Höchstwert zugrunde, damit wir nicht zu knapp kalkulieren“, sagte Alison Rao, Antriebsleiterin von Roman bei NASA Goddard. Die letzten vier Jahre sind aus der bevorstehenden zweiten Korrektur und dem Einschwenken in den Orbit hochgerechnet.

Warum das zählt: Roman ist das nächste astrophysikalische Flaggschiff der NASA und soll große Himmelsfelder durchmustern, um Dunkle Energie, Dunkle Materie und Exoplaneten zu untersuchen — Arbeit, deren Wert mit der Zeit wächst, weil längere Messreihen die Ausdehnung des Universums und die Bewegung ferner Welten schärfer erfassen. Geplant waren eine fünfjährige Hauptmission plus eine fünfjährige Verlängerung. „Dank der hervorragenden Planung unseres Bahndynamik-Teams, der brillanten Ausführung durch das Betriebsteam und eines präzisen Starts durch SpaceX hat Roman Treibstoff für mindestens 22 Jahre möglichen Wissenschaftsbetriebs“, sagte Jamie Dunn, Direktor des NASA-Zentrums Goddard.

Ein wichtiger Unterschied: 22 Jahre sind das, was der Treibstoff zulässt — keine genehmigte Mission. Die NASA finanziert Verlängerungen von Observatorien über regelmäßige Begutachtungen; die Reserve hebt also eine physikalische Grenze auf, sie legt keinen Zeitplan fest. Vor dem Wissenschaftsbetrieb stehen noch zwei Etappen an. Die zweite Bahnkorrektur ist für das Ende des Monats geplant, und Roman soll etwa 100 Tage nach dem Start, also um Anfang Dezember, seinen L2-Orbit erreichen. Dort angekommen, braucht das Observatorium nur noch etwa alle 28 Tage kleine Bahnhaltungsmanöver.

Quellen

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