Könnte eine fortgeschrittene Zivilisation vor uns auf der Erde existiert haben?
Ein neues wissenschaftliches Papier untersucht die provokative Frage, ob eine fortgeschrittene Industriezivilisation vor Millionen von Jahren auf der Erde existiert haben könnte, bevor es Menschen gab, und ob sie Spuren hinterlassen hat, die wir heute noch entdecken könnten. Die Studie unter der Leitung von Gavin Schmidt vom NASA Goddard Institute for Space Studies und Adam Frank von der University of Rochester untersucht, welche geologischen und chemischen Signaturen eine solche Zivilisation produzieren würde und ob diese Signale über tiefe Zeiträume hinweg überleben könnten.
Die Forscher konzentrieren sich auf das Anthropozän, die aktuelle geologische Epoche, die durch menschliche Einflüsse definiert ist, als Modell. Sie betrachten Marker wie synthetische Schadstoffe, Kunststoffe und veränderte Kohlenstoff- und Sauerstoffisotopenverhältnisse. Sie stellen jedoch fest, dass die geologische Aufzeichnung unvollständig ist: Nur ein kleiner Teil der Erdoberfläche ist in Gesteinen erhalten, die älter als ein paar Millionen Jahre sind, und die Plattentektonik recycelt die Erdkruste kontinuierlich. Für eine Zivilisation, die nur ein paar hunderttausend Jahre dauert – ein Augenblick in geologischen Maßstäben – sind die Chancen, nachweisbare Beweise zu hinterlassen, gering.
Warum dies wichtig ist: Es stellt Annahmen über die Einzigartigkeit der menschlichen Zivilisation und die Suche nach außerirdischer Intelligenz in Frage. Wenn wir eine gesamte industrielle Ära auf unserem eigenen Planeten übersehen könnten, könnte die Suche nach Technosignaturen auf anderen Welten weitaus schwieriger sein als bisher angenommen. Das Papier, veröffentlicht im International Journal of Astrobiology, behauptet nicht, dass eine solche Zivilisation existiert hat; vielmehr fragt es, nach welchen Beweisen wir suchen sollten.
Konkrete Zahlen und Daten werden in der Quelle nicht genannt, aber die Forscher verweisen auf das Anthropozän als Referenz für menschliche Einflüsse. Sie stellen auch fest, dass die ältesten bekannten Gesteine etwa 4 Milliarden Jahre alt sind, aber die kontinuierliche Gesteinsaufzeichnung reicht nur etwa 600 Millionen Jahre zurück. Hintergrundinformationen umfassen, dass frühere Studien Dinosaurier-Zivilisationen in Betracht gezogen haben, aber dieses Papier ist das erste, das die Nachweisbarkeit einer Industriezivilisation in der Tiefenzeit ernsthaft untersucht.
Nächste Schritte, so die Quelle, umfassen weitere Modellierungen der Langzeitsignalkonservierung und die Zusammenarbeit mit Paläontologen und Geologen, um die Suchkriterien zu verfeinern. Die Autoren betonen, dass die Übung wertvoll ist, um Methoden zur Entdeckung außerirdischer Zivilisationen zu verfeinern, selbst wenn ein solcher irdischer Vorgänger nie existiert hat.
Quellen
- Google News ScienceSekundär
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