Erdmeere verlieren rapide Sauerstoff, warnen Wissenschaftler
Eine neue wissenschaftliche Analyse warnt, dass die Ozeane der Erde mit zunehmender Geschwindigkeit Sauerstoff verlieren, ein Trend, der nach Ansicht der Forscher die lebenserhaltenden Systeme des Planeten destabilisieren könnte. Die Studie, die von einem internationalen Wissenschaftlerteam veröffentlicht wurde, stellt fest, dass der Sauerstoffgehalt in den Weltmeeren in den letzten 50 Jahren um etwa 2 % gesunken ist, wobei die Verlustrate in den letzten Jahrzehnten zugenommen hat. Diese Sauerstoffverarmung wird hauptsächlich durch den Klimawandel verursacht, da wärmeres Wasser weniger gelösten Sauerstoff enthält, sowie durch Nährstoffverschmutzung aus der Landwirtschaft und Abwässern, die Algenblüten fördert, die beim Abbau Sauerstoff verbrauchen.
Das Phänomen betrifft marine Ökosysteme weltweit, von Küstengebieten bis zur Tiefsee. Fische, Krabben und andere Meerestiere, die auf Sauerstoff angewiesen sind, werden gezwungen, in flachere oder kühlere Gewässer zu wandern, was Nahrungsnetze und Fischereien stört, von denen Milliarden von Menschen für ihre Proteinversorgung abhängen. Die Forscher stellen fest, dass sich sauerstoffarme „Todeszonen“ von etwa 45 bekannten Standorten in den 1960er Jahren auf über 700 heute ausgeweitet haben und eine Gesamtfläche von etwa der Größe der Europäischen Union bedecken. Diese Zonen können zu Massensterben von Meereslebewesen führen und schädliche Treibhausgase wie Lachgas freisetzen.
Warum dies wichtig ist, argumentieren die Wissenschaftler, ist, dass der Sauerstoffverlust im Ozean die Erde in Richtung einer planetaren Grenze drängt, die irreversible Veränderungen auslösen könnte. Die in der Zeitschrift Nature veröffentlichte Studie identifiziert die Sauerstoffverarmung als einen Schlüsselindikator dafür, dass der Planet in „unsicheres“ Terrain eintritt, neben anderen globalen Bedrohungen wie Klimawandel und Biodiversitätsverlust. Die Autoren warnen, dass große Teile des Ozeans bis zum Ende des Jahrhunderts für viele Arten unbewohnbar werden könnten, wenn die aktuellen Trends anhalten.
Die Forschung baut auf jahrzehntelangen Ozeanüberwachungsdaten von Schiffen, Bojen und Satelliten auf. Sie hebt hervor, dass der Sauerstoffverlust im Pazifischen Ozean am schwerwiegendsten ist, aber alle Ozeanbecken betroffen sind. Die Wissenschaftler fordern dringende Reduzierungen der Treibhausgasemissionen und der Nährstoffverschmutzung, um den Rückgang zu verlangsamen. Sie empfehlen auch die Ausweitung von Meeresschutzgebieten und die Verbesserung der Abwasserbehandlung, um die Erholung der Küstengewässer zu unterstützen. Ohne solche Maßnahmen, warnen sie, werde die Fähigkeit des Ozeans, Leben zu erhalten und das Erdklima zu regulieren, schwer beeinträchtigt.
Quellen
- Google News ScienceSekundär
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