Ölkrise treibt E-Auto-Verkäufe in 50 Ländern auf Rekordhoch
Die Verkäufe elektrifizierter Fahrzeuge erreichten im zweiten Quartal 2026 in 50 Ländern Rekordhöhen. Damit steuern batteriebetriebene Autos und Plug-in-Hybride in diesem Jahr auf einen Marktanteil von 29 Prozent am globalen Automarkt zu, berichtete die Internationale Energieagentur (IEA) am 30. Juli 2026.
Weltweit stiegen die Verkäufe von Elektroautos und Plug-in-Hybriden im Vergleich zum Vorjahr um 4 Prozent und legten gegenüber dem ersten Quartal um 35 Prozent zu, so die IEA.
Die Agentur führt den Boom vor allem auf die durch den Konflikt zwischen den USA und dem Iran ausgelösten Spritpreisspitzen zurück. Straßenfahrzeuge verbrauchen fast die Hälfte des weltweiten Öls, was den Sektor anfällig für Angebotsschocks macht.
Die Zuwächse erfolgten, obwohl der breitere Automarkt schwächelte. Die weltweiten Autoverkäufe schrumpften im ersten Halbjahr 2026 um 5 Prozent, belastet durch rückläufige Auslieferungen in China und den USA, den beiden größten Märkten.
In den USA waren die Verkäufe von Elektroautos bereits zurückgegangen, nachdem die Trump-Regierung die bundesstaatlichen Steuergutschriften für E-Autos gestrichen und die Verbrauchsnormen für Verbrenner gelockert hatte.
Andernorts hingegen strömten die Verbraucher zu den E-Autos. Indien, Brasilien, Australien und Südkorea verzeichneten allesamt Rekorde im ersten Halbjahr.
Auch Europa legte kräftig zu. Im Vereinigten Königreich stiegen die Neuzulassungen von batterieelektrischen Fahrzeugen im ersten Halbjahr um 35 Prozent gegenüber dem Vorjahr, wie der Verband der Automobilhersteller und -händler (SMMT) mitteilte. Zusammen machten BEVs und Plug-in-Hybride im Jahr 2026 bisher 36 Prozent der britischen Neuzulassungen aus, so der SMMT.
China hat am meisten von der Elektrowelle profitiert. Hersteller wie BYD expandieren nach Europa und in andere Märkte. Der Anteil der Elektroautos an den chinesischen Exporten stieg von rund 35 Prozent im Jahr 2025 auf über 45 Prozent im ersten Halbjahr 2026, berichtete die IEA. Allerdings bauen die chinesischen Fabriken mehr E-Autos, als sie verkaufen; schätzungsweise eine Million unverkaufte Elektrofahrzeuge türmen sich auf.
Die IEA hob zudem Chinas beherrschende Stellung in der Batterie-Wertschöpfungskette hervor und verwies auf integrierte Lieferketten, starke Batteriekapazitäten und Produktionskosten, die rund 35 Prozent niedriger liegen als in den Industrieländern.
Sie warnte, dass andere Länder koordinierte Anstrengungen von Regierungen und Industrie benötigen, um diese Kostenlücke zu schließen.
Quellen
- EngadgetSekundär
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