Fluence streicht 600 Mio. Dollar Umsatz – Werk unter 1 Stück/Tag

Fluence Energy teilte Anlegern am 16. September mit, dass das Unternehmen für das Geschäftsjahr 2026 nur noch rund 2,4 Milliarden Dollar Umsatz erwartet — zuvor lag der Mittelwert der Prognose bei etwa 3,0 Milliarden Dollar. Das in Arlington (Virginia) ansässige Unternehmen weitete zugleich den erwarteten bereinigten EBITDA-Verlust von rund 10 Millionen auf rund 200 Millionen Dollar aus, das Zwanzigfache. Die Mitteilung erschien um 16.15 Uhr Ortszeit New York, nach Börsenschluss.
Es war die zweite Senkung binnen sechs Wochen; schon im August hatte Fluence die Umsatzspanne von 3,2 bis 3,6 auf 2,9 bis 3,1 Milliarden Dollar zurückgenommen. Der Engpass liegt in einem Auftragswerk in Houston, das Thermomanagementsysteme baut — die HVAC- und Chiller-Einheiten, die Netzbatterien kühlen. Vorstandschef Julian Nebreda sagte Analysten am 16. September, die Prognose habe für den Hochlauf im August und September mit durchschnittlich elf Einheiten pro Tag gerechnet. Tatsächlich lag die Produktion im August unter einer Einheit pro Tag, wie der Fachdienst Energy-Storage.news aus seinen Äußerungen berichtet; Korrekturen haben den Schnitt inzwischen auf drei gehoben.
Nebreda machte ein kundenspezifisches automatisiertes Schweißverfahren, das deutlich unter Ziel arbeitet, sowie den Fachkräftemangel dafür verantwortlich; man sei auf manuelles Schweißen umgestiegen und habe Subunternehmer hinzugezogen. Rund 80 Prozent der Umsatzkürzung von 600 Millionen Dollar führte er auf US-Produktionsprobleme zurück: 450 Millionen Dollar aus Verzögerungen und etwa 65 Millionen Dollar an Vertragsstrafen, größtenteils wegen verspäteter Lieferung; weitere 85 Millionen Dollar entfallen auf Logistik.
FLNC schloss am 16. September, noch vor der Mitteilung, bei 9,05 Dollar. Am 17. September ging die Aktie mit 7,66 Dollar aus dem Handel, ein Minus von 15,4 Prozent, nachdem sie im Tagesverlauf bei 33,8 Millionen gehandelten Stücken bis auf 7,01 Dollar gefallen war — ein 52-Wochen-Tief. Am 18. September kamen 4,4 Prozent hinzu, Schlusskurs 7,32 Dollar; nach abgeschlossenen Yahoo-Finance-Daten summiert sich der Verlust beider Sitzungen auf 19,1 Prozent. Am 17. September senkte JPMorgan sein Kursziel auf 8 Dollar (Neutral), BMO Capital auf 7 Dollar (Market Perform) und RBC Capital auf 4 Dollar (Sector Perform), wie Benzinga berichtete.
Der Umbau begann vor der Prognosesenkung. Ein am 16. September eingereichtes 8-K zeigt, dass Fluence Produktchef Peter Williams am 11. September entlassen und den früheren AES-Operativchef Bernerd Da Santos, 62, zum 15. September als Executive Vice President und COO berufen hat. Da Santos gab seinen Sitz im Fluence-Verwaltungsrat ab; ihn übernahm AES-Finanzchef Stephen Coughlin.
Entscheidend ist, was hier versagt hat. Das von Siemens und AES getragene Unternehmen verlagert seit Jahren Fertigung in die USA — Batteriemodule seit 2024 aus Utah, Gehäuse seit Mitte 2025 aus Arizona —, um US-Anreize für heimische Wertschöpfung zu erfüllen. Die Nachfrage war nicht das Problem: Nebreda zufolge bleiben die Aufträge im In- und Ausland stark, und die internationale Lieferkette habe "weiterhin gut funktioniert". Gescheitert ist eine Schweißstraße für Kühlaggregate.
Das Geschäftsjahr endet am 30. September. Finanzchef Ahmed Pasha nannte als Priorität, den Auftragsbestand von 2,9 Milliarden Dollar in Zahlungen umzuwandeln und 2027 ohne externes Kapital einen neutralen bis positiven operativen Cashflow zu erreichen; einen Plan dafür will das Unternehmen mit den Jahreszahlen vorlegen. Wann Houston elf Einheiten pro Tag erreicht, ließ es offen.
Dieser Artikel ist keine Anlageberatung.
Quellen
- U.S. SEC — Fluence Energy Form 8-K (16 September 2026)Primärquelle
- Fluence Energy — revised fiscal 2026 guidance (Exhibit 99.1)Primärquelle
- Energy-Storage.newsSekundär
- BenzingaSekundär
- Yahoo Finance — FLNC historical dataSekundär
- StockStory via FinancialContentSekundär
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