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934 Denare bei Wesseling: größter Hadrian-Hort des Landes

Veröffentlicht am 2 min readVon NewUJ Editorial Desk

Aktualisiert am neue Informationen ergänzt

934 Denare bei Wesseling: größter Hadrian-Hort des Landes
Foto: Marcel Zanjani / LVR-Amt für Bodendenkmalpflege im Rheinland
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Auf einem Acker bei Wesseling südlich von Köln sind 934 römische Silberdenare geborgen worden — nach Angaben des LVR-Amtes für Bodendenkmalpflege im Rheinland der größte Münzschatz aus der Zeit Kaiser Hadrians in Deutschland. Nach dem nordrhein-westfälischen Denkmalschutzgesetz ist der Fund nun Eigentum des Landes; weil sich der Finder regelkonform verhalten hat, erhält er eine Belohnung des zuständigen Landesministeriums. Sondengehen ist in Nordrhein-Westfalen nur mit Genehmigung der Denkmalbehörden, Erlaubnis der Grundstückseigentümer und einer Schulung durch die Fachämter erlaubt.

Der Sondengänger Oliver Riedl hatte bei einer genehmigten Suche bereits 15 Münzen geborgen, als seine Sonde weiter Signale gab. „Für mich war klar, dass hier etwas Größeres im Boden liegt“, wird er in der Mitteilung des Amtes vom 22. September zitiert. „Ich habe daher umgehend das Amt verständigt.“ Die Außenstelle Nideggen übernahm die Ausgrabung. Insgesamt kamen 3,1 Kilogramm Silber zusammen.

„Damit handelt es sich um den größten Münzschatz aus dieser Zeit in Deutschland, weltweit ist es der fünftgrößte“, sagt Landesarchäologe Erich Claßen, der das Amt leitet. Die jüngste Münze wurde 124/125 n. Chr. geprägt, der Schatz also im zweiten Viertel des 2. Jahrhunderts vergraben, während Hadrian von 117 bis 138 regierte. Der Großteil stammt aus flavischer Zeit (69 bis 96 n. Chr.), die älteste Münze wurde 148 v. Chr. in der Römischen Republik geprägt und war bei der Vergrabung über 270 Jahre alt — und weiter gültig.

Rahel Otte, wissenschaftliche Referentin des Amtes, hat die Münzen untersucht: Ein einfacher Legionär verdiente damals 300 Denare im Jahr, etwa die Hälfte wurde für Lebensmittel und Ausrüstung einbehalten. „Ein Legionär hätte somit rund sechs Jahre sein gesamtes verfügbares Geld sparen müssen“, sagt Otte. Gemessen am Bruttosold entspricht der Hort gut drei Jahresgehältern eines Legionärs; erst die Abzüge verdoppeln den Zeitraum. Wer das Vermögen zusammentrug, bleibt offen — möglicherweise jemand von einem der römischen Landgüter der Umgebung.

Der Fund wurde im Block geborgen, in die Restaurierungswerkstatt des LVR-LandesMuseums Bonn gebracht und dort zunächst geröntgt. Darin fanden sich Fragmente eines Keramiktopfes und Strohreste; die Münzen lagen vermutlich in einem mit Stroh ausgepolsterten Topf, den die Landwirtschaft zerstörte. Warum der Schatz nie wieder geborgen wurde, bleibt die offene Frage; Claßen verweist darauf, dass es keine Banken gab und der Besitzer oder die Besitzerin womöglich vorher starb. Der Schatz ist erstmals im LVR-LandesMuseum Bonn zu sehen und wird auf der gemeinsamen Verbandstagung der Altertumsforschung präsentiert, die vom 21. bis 25. September in Bonn läuft und rund 300 Archäologinnen und Archäologen versammelt.

Quellen

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