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Erster Diplodocus außerhalb Nordamerikas in Spanien

Veröffentlicht am 2 min readVon NewUJ Editorial Desk

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Erster Diplodocus außerhalb Nordamerikas in Spanien
Foto: Carmelo López / Taylor & Francis
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Fast 150 Jahre lang stammte jeder bestätigte Diplodocus-Fund aus einer einzigen Region: der Morrison-Formation im Westen der USA. Eine am 15. September in der begutachteten Fachzeitschrift Journal of Vertebrate Paleontology angekündigte Studie ändert das. Paläontologen der Fundación Conjunto Paleontológico de Teruel-Dinópolis identifizierten einen in Spanien ausgegrabenen Sauropoden als Diplodocus — den ersten, der je außerhalb Nordamerikas gefunden wurde.

Das Exemplar stammt von der Fundstelle La Tejería in El Castellar in der ostspanischen Provinz Teruel. Ein Team der Fundación Dinópolis barg 14 außergewöhnlich gut erhaltene Schwanzwirbel (Caudalwirbel) sowie mehrere Chevron-Knochen, datiert auf rund 150 Millionen Jahre und damit auf das Ende des Juras. Laut der Mitteilung des Verlags handelt es sich um eines der vollständigsten Diplodociden-Skelette, die je in Europa gefunden wurden. Koautor Alberto Cobos, Geschäftsführer der Fundación Dinópolis, beziffert die Länge des Tieres auf etwa 25 Meter — vergleichbar mit seinen nordamerikanischen Verwandten.

Die Bestimmung stützte sich nicht allein auf die Größe. Die Forscher dokumentierten mehrere charakteristische Merkmale: große pneumatische Hohlräume in den Wirbeln, tiefe Längsfurchen an der Unterseite der Schwanzknochen, gegabelte Chevron-Knochen mit ungewöhnlichen medialen Gruben und verlängerte Wirbelkörper ohne seitliche Leisten. Anschließend führten sie sowohl Maximum-Parsimony- als auch bayessche phylogenetische Analysen durch, die das Exemplar innerhalb der Gattung Diplodocus und in nächster Nähe zu Diplodocus hallorum verorteten. Erstautor Sergio Sánchez Fenollosa, Doktorand für Biodiversität und Evolutionsbiologie an der Fundación Dinópolis, beschrieb die Arbeit als Puzzle, das sich zusammenfügt: \"Schon in den frühen Phasen der osteologischen Untersuchung fielen uns starke Ähnlichkeiten mit mehreren diplodocinen Sauropoden auf... Mit jedem neuen Ergebnis wurde das Bild klarer: Wir hatten einen Diplodocus vor uns.\"

Die Tragweite geht über ein einzelnes Skelett hinaus. Laut Sánchez Fenollosa liefert die Grabung \"einige der stärksten paläontologischen Belege für Phasen der Ausbreitung und des Faunenaustauschs zwischen den beiden Kontinenten über den Proto-Atlantik während des Oberjuras\". Der vom Team vorgeschlagene Mechanismus: Dinosaurier wanderten über zeitweilige Landbrücken zwischen Europa und Nordamerika, die freigelegt wurden, als der Proto-Nordatlantik Regressionsphasen durchlief — vorgelegt als plausible Erklärung, nicht als kartierte Route.

Mehrere Fragen bleiben offen. Weder die Studienzusammenfassung noch die Mitteilung ordnet das spanische Tier einer benannten Art zu; es gilt als naher Verwandter von Diplodocus hallorum, und wie häufig solche Übergänge stattfanden, ist nicht beziffert. Die Fossilien selbst sind bereits öffentlich zugänglich: Sie werden im Dinosauriersaal des Museo Aragonés de Paleontología bei Dinópolis in Teruel gezeigt, einer Stadt zwischen Madrid und Valencia.

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