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Sakurais Objekt ist sechsmal heißer als vor 30 Jahren

Veröffentlicht am 2 min readVon NewUJ Editorial Desk

Aktualisiert am neue Informationen ergänzt

Sakurais Objekt ist sechsmal heißer als vor 30 Jahren
Foto: ESO — VLT/FORS image of Sakurai's Object, released 3 August 2015 (archive image, not from the new study)
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Ein toter Stern, der 1996 unerwartet wieder aufflammte, hat eine neue Phase dieser Wiedergeburt erreicht. Die Ergebnisse erschienen am 16. September 2026 in den Monthly Notices of the Royal Astronomical Society. Mit neuen Beobachtungen des Instruments FORS2 am Very Large Telescope der Europäischen Südsternwarte in Chile identifizierte ein internationales Team den Kern von Sakurais Objekt erstmals zweifelsfrei spektroskopisch als [WC]-Stern – den Kohlenstoffzweig der Wolf-Rayet-artigen Sterne, kenntlich an einem schnellen, kohlenstoffreichen Sternwind. Die Arbeit unter Leitung von W. Marcolino vom Observatório do Valongo der Bundesuniversität Rio de Janeiro beziffert die Oberflächentemperatur auf rund 30.500 K. Die University of Manchester, deren Jodrell Bank Centre for Astrophysics an der Studie beteiligt war, gibt an, der Stern liege derzeit zwischen etwa 27.000 und 36.000 K – rund sechsmal heißer als vor 30 Jahren, als seine Oberfläche der unserer Sonne ähnelte.

Sterne tun das fast nie im Takt eines Menschenlebens. Sakurais Objekt ist laut ESO ein Weißer Zwerg, der sich in einem Heliumblitz neu entzündete, wieder zu einem Riesen aufblähte, Gas und Staub abstieß und danach erneut zu schrumpfen beginnt. Nur zwei solcher „wiedergeborenen“ Sterne konnten je direkt beobachtet werden: Sakurais Objekt, 1996 vom japanischen Amateurastronomen Yukio Sakurai im Sternbild Schütze entdeckt, und V605 Aquilae, das rund 80 Jahre zuvor ausbrach. Die neue Arbeit misst für V605 Aquilae etwa 95.000 K – etwa dreimal so heiß. Damit werden die beiden zum Vorher-nachher-Bild desselben Vorgangs. Manchester berichtet, ALMA-Radioaufnahmen zeigten, dass sich das nach 1996 ausgestoßene Material heute über einen Bereich von der Größe unseres Sonnensystems erstreckt.

„Die meisten Sterne entwickeln sich so langsam, dass große Veränderungen über Zeiträume weit jenseits eines Menschenlebens stattfinden“, sagte Professor Albert Zijlstra vom Jodrell Bank Centre for Astrophysics gegenüber Phys.org. Genau das macht den Temperaturwert nicht nur eindrucksvoll, sondern brauchbar. Die Autoren berichten, der von ihnen abgeleitete Wert liege unter dem, was Modelle vorhersagen, die die konvektive Durchmischung während des sehr späten thermischen Pulses unterdrücken; besser passe er zu zeitlich höher aufgelösten Rechnungen für einen etwas massearmeren Überrest unterhalb von etwa 0,6 Sonnenmassen. Manchester fasst es schlicht zusammen: Der Stern heizt sich allmählicher auf, als manche früheren Modelle erwarteten.

Was nun folgt, ist Messarbeit, keine Spekulation. Die Autoren schreiben, fortgesetzte spektroskopische Überwachung und Atmosphärenmodellierung seien entscheidend, um die Aufheizkurve des Sterns nachzuzeichnen und die Physik dieser schnellen Entwicklungsphase festzulegen. Weder die Kurzfassung der Studie noch die Mitteilung aus Manchester nennt eine Entfernung zu dem Objekt. Ob Sakurais Objekt weiter auf die von V605 Aquilae bereits erreichte Temperatur zusteuert – und wie rasch –, ist die offene Frage, die die Beobachtungen der nächsten Jahre beantworten sollen.

Quellen

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