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JWST-Daten zeigen drei Wetterzustände 20 Lichtjahre entfernt

Veröffentlicht am 2 min readVon NewUJ Editorial Desk

Aktualisiert am neue Informationen ergänzt

JWST-Daten zeigen drei Wetterzustände 20 Lichtjahre entfernt
Foto: NASA, ESA, CSA, J. Olmsted (STScI) — artist's concept of SIMP 0136
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Astronomen haben nach eigenen Angaben entschlüsselt, was das Wetter auf SIMP 0136 tatsächlich antreibt — einer jupiterähnlichen Welt, die rund 20 Lichtjahre von der Erde entfernt ohne Stern durch den Raum treibt. In einer am 16. September 2026 in der Fachzeitschrift Astronomy & Astrophysics veröffentlichten Studie berichtet ein Team um die Doktorandin Merle Schrader vom Trinity College Dublin, dass die ständig schwankende Helligkeit des Objekts von nur zwei dominierenden Prozessen bestimmt wird: Temperaturänderungen und der vertikalen Struktur seiner Wolken. Zusammen erzeugen sie drei wiederkehrende Wetterzustände.

Das Ergebnis beruht darauf, dass die Gruppe die Hauptkomponentenanalyse (PCA) auf Lichtkurvendaten des James-Webb-Weltraumteleskops der NASA angewendet hat. Dieses statistische Verfahren reduziert ein komplexes Signal auf die wenigen Komponenten, die den Großteil der Variation tragen. Statt zuerst ein Atmosphärenmodell zu bauen und dann die Passgenauigkeit zu prüfen, fragt die Methode die Daten selbst, welche Größen entscheidend sind. Schrader sagte, das Team habe „außerdem entdeckt, dass diese Treiber der Wettermuster auf SIMP 0136 über die Zeit bestehen bleiben, auch wenn sich das detaillierte Erscheinungsbild der Atmosphäre über mehr als ein Dutzend Rotationen hinweg verändert“.

SIMP 0136 ist ein Brauner Zwerg, gelegentlich als Super-Jupiter bezeichnet: Masse und Chemie entsprechen einem Gasriesen, doch das Objekt umkreist keinen Stern, sodass kein Sternenlicht seine Atmosphäre von außen aufheizt. Das macht es zu einem ungewöhnlich sauberen Labor, denn jedes Wetter muss aus dem Inneren entstehen. Schrader beschrieb die Entfernung so: „Licht bewegt sich mit rund 300.000 km/s, doch selbst bei diesem Tempo brauchte es zwei Jahrzehnte, um uns durch die Linsen des JWST zu erreichen.“

Mehr als eine Einzelfallkuriosität wird die Arbeit durch die Methode. Die Mitautorin, Associate Professor Johanna Vos, erklärte, die Ergebnisse würden „verändern, wie Astronominnen und Astronomen künftige JWST-Beobachtungen auswerten“, und ergänzte: „Da unser Ansatz die dominierenden Komponenten der Atmosphäre rasch identifiziert, bietet er einen effizienten ersten Schritt, bevor wir mit rechenintensiver Modellierung beginnen.“ Nach Vos' Darstellung liegt der Reiz in der Vorauswahl: ein schneller Durchgang, der zeigt, welche physikalischen Prozesse die teuren Simulationen überhaupt lohnen.

Offen bleibt vieles. Die Studie behandelt ausschließlich SIMP 0136; das Team hat keine Ergebnisse zur Anwendung des Verfahrens auf eine andere Welt veröffentlicht. Ob dasselbe Zwei-Prozess-Bild auch für andere Braune Zwerge gilt — oder für Planeten, die tatsächlich einen Stern umkreisen —, ist damit ungeprüft. Ebenso ist noch nicht geklärt, ob ein Muster aus drei Zuständen typisch oder für dieses Objekt spezifisch ist. Die Arbeit trägt die DOI 10.1051/0004-6361/202660109; der praktische Test für Vos' These wird sein, ob andere Gruppen den Ansatz an weiteren Zielen aus dem JWST-Archiv reproduzieren können.

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