Converse zieht Karina-Anzeige zurück: „Wir lagen falsch“

Converse hat sich für ein Werbemotiv aus seiner Chuck-70-X-Kampagne mit der Sängerin Karina entschuldigt, nachdem Nutzerinnen und Nutzer in sozialen Netzwerken erklärt hatten, Licht und Schatten des Bildes weckten Assoziationen an den Ku-Klux-Klan und an Lynchmorde. „Es tut uns leid", erklärte eine Sprecherin des Unternehmens. „Wir verstehen, warum dieses Bild zutiefst verstörend ist, und erkennen an, dass wir damit falschlagen. Wir haben es aus unseren Kanälen entfernt und arbeiten daran, es überall dort zu entfernen, wo es erschienen ist. Das hätte nicht passieren dürfen, und wir werden es besser machen."
Zu sehen war die untere Körperhälfte einer weiß gekleideten Person, die ein Paar Converse-Schuhe seitlich in der Hand hält. Adweek-Chefredakteur Ryan Joe beschrieb die Bildkomposition genauer: Karina, Mitglied der K-Pop-Gruppe aespa, steht in einem Lichtkegel in Form des fünfzackigen Converse-Sterns; eine Zacke fällt als helles weißes Dreieck über Karinas Rock. Manche lasen dieses Dreieck als spitze Kapuze eines Klan-Mitglieds, während der Schatten den Arm mit dem zweiten Schuhpaar weitgehend verdeckte, sodass die Schuhe daneben zu baumeln schienen.
Footwear News, Teil von Women's Wear Daily, berichtete zuerst über die Entschuldigung. Die Faktencheck-Seite Snopes veröffentlichte am 18. September eine eigene Prüfung, stufte die Behauptung, Converse habe die Anzeige geschaltet, als zutreffend ein und erklärte, eine Converse-Sprecherin habe ihr dieselbe Stellungnahme per E-Mail geschickt. Die Debatte lief vor allem auf Threads, wo das Bild am 3. September gepostet wurde; sie zirkulierte auch auf Reddit, X, Facebook und Instagram.
Converse gehört Nike, und die Kampagne setzt auf eine der sichtbarsten Figuren des K-Pop. Eine einzelne Entscheidung beim Set-Design führte in gut zwei Wochen von einem Threads-Post zu einer Konzernentschuldigung – ein Lehrstück darüber, wie schnell eine intern freigegebene Bildkomposition von einem weltweiten Publikum neu gelesen wird und wie wenig von dieser internen Freigabe nach außen sichtbar ist.
Mehrere Fragen bleiben offen. Nach Angaben von Snopes beantwortete Converse dessen Anfragen zum Design- und Freigabeprozess der Kampagne zunächst nicht, ebenso wenig die Frage, ob das Unternehmen die Anzeige vollständig zurückziehen wolle. Auch die Entfernung wirkt unvollständig: Snopes berichtete, zum Zeitpunkt der Veröffentlichung habe ein Direktlink zum offiziellen Threads-Konto von Converse den Beitrag vom 3. September weiterhin angezeigt, obwohl er auf der Hauptseite des Kontos nicht mehr auftauchte – ein Hinweis darauf, dass er archiviert und nicht gelöscht wurde. Eine Wayback-Machine-Aufnahme vom 22. August zeigte das Motiv auf der US-Seite von Converse zur Kooperation; dort läuft inzwischen ein Clip, in dem Karina die Schuhe vorführt.
Ein zweites Converse-Motiv, das eine Person auf einer Leiter mit über den Kopf gehaltenen Schuhen zeigt, rief bei manchen ähnliche Vergleiche hervor. Adweek ordnete es einer am 14. September veröffentlichten Zusammenarbeit von Converse mit dem Label Palmes zu. Snopes bestätigte, dass es sich um eine echte Converse-Anzeige handelt, und fand sie weiterhin auf dem Konto von Converse Chile. Behauptungen, die Karina-Kampagne stamme von einem Team in Malaysia, ließen sich nicht belegen: Laut Snopes war das Bild nicht auf dem Instagram-Konto von Converse Malaysia zu finden, und eine Suche nach „Chuck 70 X" auf der malaysischen Converse-Website endete mit einer Fehlermeldung.
Quellen
Verwandt
Céline Dion eröffnet Paris-Residency mit 16 Shows
Natalie Portman hat ihr drittes Kind bekommen
Wheel of Fortune suspendiert Ansager Jim Thornton
Lionel Richie nach Konzert in St. Louis ins Krankenhaus
Optimus-Prime-Stimme Peter Cullen mit 85 gestorben
Claude führt 26 % von Anthropics KI-Forschung – im März 1 %
Haie fressen an Walkadaver auf Jamaika - Behörde warnt
Universal und Sony verklagen Suno erneut: 60.202 Songs
Trending now
- Haie fressen an Walkadaver auf Jamaika - Behörde warnt
- Claude führt 26 % von Anthropics KI-Forschung – im März 1 %
- CVSS 10.0 in Azure AI Foundry: Microsoft schloss die Lücke selbst
- Anthropic peilt Börsengang im November mit 2 Billionen an
- Universal und Sony verklagen Suno erneut: 60.202 Songs
- CXMT startet Serienfertigung von G5-DRAM mit 11,95 nm
- NASA: Roman-Teleskop hat Treibstoff für 22 statt 10 Jahre
- 1.200 Messungen beleben Debatte um Kammern in Tutanchamuns Grab
Comments
No comments yet. Be the first.