Cybersicherheit

Check-Point-Lücke mit 9,8: Code-Ausführung mit Root-Rechten

Veröffentlicht am 2 min readVon NewUJ Editorial Desk

Aktualisiert am neue Informationen ergänzt

Check-Point-Lücke mit 9,8: Code-Ausführung mit Root-Rechten
Foto: David Shay (דוד שי), Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0
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Check Point hat am 16. September einen CVE-Eintrag zu CVE-2026-91843 veröffentlicht, einer Schwachstelle in der Plattform Quantum Security Management, die das Unternehmen auf der CVSS-Skala mit 9,8 von 10 bewertet. In dem Eintrag, den Check Point als zuständige Vergabestelle selbst eingereicht hat, wird der Fehler in einem Satz beschrieben: „Ein Stack-Überlauf während des nicht authentifizierten Anmeldevorgangs kann es einem Angreifer ermöglichen, aus der Ferne beliebigen Code mit Root-Rechten auszuführen." The Hacker News berichtete am 17. September, der Überlauf werde durch eine Anmeldeanfrage mit einem übermäßig langen Benutzernamen ausgelöst.

Die Schwachstelle ist als CWE-121 eingestuft, ein stapelbasierter Pufferüberlauf. Der CVSS-Vektor erklärt den hohen Wert: Der Angriff erfolgt über das Netzwerk, ist von geringer Komplexität und erfordert weder Rechte noch eine Handlung der Nutzer. Der Management-Server ist die Konsole, über die Administratoren ihren gesamten Firewall-Bestand steuern – Codeausführung dort trifft also nicht ein einzelnes Gateway, sondern die Maschine, auf der die Regeln liegen.

Check Points eigener CVE-Eintrag nennt R82.10 mit Jumbo Hotfix Take 44 oder niedriger, R82 mit Take 126 oder niedriger, R81.20 mit Take 166 oder niedriger und R81.10 mit Take 190 oder niedriger sowie die abgekündigten Zweige R81, R80.40, R80.30, R80.20, R80.10 und R80. The Hacker News ergänzt, dass R82.20 in sämtlichen Builds betroffen ist und dafür bislang kein schützender Jumbo Hotfix vorliegt; der gehostete Dienst Smart-1 Cloud sei nicht betroffen.

Wie stark die Konfiguration eines Servers das Risiko eingrenzt, stellen die Quellen unterschiedlich dar. BleepingComputer berichtete am 18. September unter Berufung auf Check Point, „alle Security-Management-Server-Installationen sind unabhängig von der Konfiguration verwundbar" und die Schwachstelle „hängt nicht von einer bestimmten Management-Konfiguration ab". Aviv Abramovich, bei Check Point Vice President für Produktmanagement im Bereich Netzwerksicherheit, sagte The Hacker News dagegen, der verwundbare Pfad laufe ausschließlich über die Einstellung Trusted Clients, die festlegt, welche Hosts den Management-Server über SmartConsole erreichen dürfen. In den von BleepingComputer wiedergegebenen Empfehlungen taucht genau diese Einstellung als Gegenmaßnahme auf: Sie solle auf bekannte Adressen und Subnetze beschränkt werden.

Check Point erklärt, es gebe keine Hinweise auf eine Ausnutzung. Auch die Vulnrichment-Bewertung der US-Behörde CISA vom 17. September verzeichnet die Ausnutzung als „keine" – stuft den Fehler zugleich aber als automatisierbar mit „vollständiger" technischer Auswirkung ein. SecurityWeek berichtete am 18. September, Check Point habe Kompromittierungsindikatoren geteilt und Kunden ohne automatische Updates zur Eile gedrängt. Die Korrektur läuft über den LivePatch-Kanal, ist im Advisory sk1000155 dokumentiert und installiert sich dort von selbst, wo automatische Updates aktiviert sind.

Zwei Punkte bleiben offen. Weder Check Point noch der CVE-Eintrag nennen, wer den Fehler gefunden und wann er gemeldet hat. Und die Zählung der diesjährigen Check-Point-Lücken ist uneinheitlich: The Hacker News spricht von der fünften kritischen, nicht authentifizierten Lücke in der Management-Ebene seit Juli 2026 und führt CVE-2026-16232, CVE-2026-62144, CVE-2026-18574 und CVE-2026-85103 auf, während BleepingComputer in seiner eigenen Übersicht eine teils andere Auswahl nennt.

Quellen

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