Menschenaffen nutzen Küssen und Kuscheln zur Versöhnung nach Konflikten, Studie findet
Eine neue Studie hat ergeben, dass Menschenaffen, darunter Schimpansen, Bonobos, Gorillas und Orang-Utans, Küssen und Kuscheln als Mittel zur Versöhnung nach Konflikten und zur Aufrechterhaltung sozialer Harmonie einsetzen. Die von Wissenschaftlern der Universität Cambridge geleitete Forschung analysierte jahrzehntelange Beobachtungsdaten von wilden und in Gefangenschaft lebenden Affenpopulationen.
Die Studie zeigt, dass diese liebevollen Verhaltensweisen keine bloßen Zufallshandlungen sind, sondern eine entscheidende soziale Funktion erfüllen. Nach einem Kampf oder Streit waren Affen, die sich küssten oder umarmten, eher bereit, kooperative Aktivitäten wie Fellpflege oder Nahrungsteilung wieder aufzunehmen. Dies deutet darauf hin, dass körperlicher Kontakt hilft, Spannungen abzubauen und Vertrauen innerhalb der Gruppen wiederherzustellen.
Warum dies wichtig ist: Es bietet Einblicke in die evolutionären Ursprünge menschlichen Versöhnungsverhaltens. Auch Menschen nutzen körperliche Zuneigung, um Beziehungen zu reparieren, und diese Studie deutet darauf hin, dass solche Tendenzen tiefe Wurzeln in unseren Primatenvorfahren haben könnten. Das Verständnis dieser Mechanismen kann Licht auf die soziale Dynamik sowohl von Affen als auch von Menschen werfen.
Die Forscher untersuchten über 1.000 Fälle von Interaktionen nach Konflikten in 12 verschiedenen Affengruppen. Sie fanden heraus, dass die Versöhnungsraten signifikant höher waren, wenn Affen körperlichen Kontakt nutzten, im Vergleich zu anderen Gesten wie Lautäußerungen oder Nähe. Die Studie wurde in der Zeitschrift 'Philosophical Transactions of the Royal Society B' veröffentlicht.
Hintergrundforschung hat lange gezeigt, dass Affen in komplexen sozialen Gruppen leben, in denen Konflikte häufig sind. Frühere Studien haben dokumentiert, dass Bonobos besonders dafür bekannt sind, sexuelles Verhalten zur Spannungsreduktion einzusetzen, aber diese neue Arbeit hebt hervor, dass Küssen und Kuscheln bei allen Menschenaffenarten weit verbreitet sind.
Die nächsten Schritte für das Forschungsteam umfassen die Untersuchung, ob diese Verhaltensweisen erlernt oder angeboren sind und wie sie zwischen verschiedenen Affenarten und sozialen Strukturen variieren. Dies könnte Naturschützern helfen, die sozialen Bedürfnisse von Affen in Gefangenschaft und in freier Wildbahn besser zu verstehen und möglicherweise die Haltungspraktiken zu verbessern.
Quellen
- Google News GlobalSekundär
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