Jahrhundertealtes Sternenrätsel könnte eine Erklärung haben
Astronomen haben möglicherweise ein jahrhundertealtes Sternenrätsel um den Stern FU Orionis gelöst, der 1936 plötzlich dramatisch aufleuchtete und seitdem ungewöhnlich hell geblieben ist. Neue Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass der Ausbruch durch das Verschlingen einer großen Menge Gas aus einer umgebenden Scheibe verursacht wurde, und nicht durch ein exotischeres Ereignis wie eine Sternverschmelzung. Die im Astrophysical Journal veröffentlichten Ergebnisse liefern eine lang gesuchte Erklärung für das seltsame Verhalten des Sterns.
Der Stern FU Orionis, etwa 1.500 Lichtjahre entfernt im Sternbild Orion, ist der Namensgeber einer Klasse junger stellarer Objekte, die als FU-Orionis-Sterne bekannt sind. Diese Sterne durchlaufen plötzliche, extreme Helligkeitssteigerungen – um das 100-fache oder mehr – die Jahrzehnte oder Jahrhunderte andauern können. FU Orionis selbst hellte sich 1936 um den Faktor 250 auf und ist seitdem hell geblieben, was Astronomen rätseln ließ, die fast 90 Jahre lang über die Ursache debattierten.
Die neue Studie unter der Leitung von Forschern der University of Texas in Austin nutzte Beobachtungen des Stratosphären-Observatoriums für Infrarot-Astronomie (SOFIA) und des Hubble-Weltraumteleskops, um das Licht des Sterns zu analysieren. Sie fanden heraus, dass der Ausbruch wahrscheinlich durch einen plötzlichen Zustrom von Gas aus der protoplanetaren Scheibe des Sterns ausgelöst wurde, der die Oberfläche des Sterns erhitzte und ihn expandieren und aufhellen ließ. Dieser als Akkretion bekannte Prozess ist bei jungen Sternen üblich, tritt aber normalerweise mit einer viel langsameren Rate auf.
Die Entdeckung ist wichtig, weil sie hilft, die Entwicklung junger Sterne und ihrer Planetensysteme zu erklären. FU-Orionis-Ausbrüche könnten eine normale Phase im Leben vieler sonnenähnlicher Sterne sein und möglicherweise die Bildung von Planeten um sie herum beeinflussen. Die intensive Strahlung und Hitze eines solchen Ereignisses könnte die Chemie der umgebenden Scheibe verändern und die Art der Planeten beeinflussen, die sich bilden.
Laut den Forschern besteht der nächste Schritt darin, andere FU-Orionis-Sterne zu untersuchen, um zu sehen, ob sie ähnliche Eigenschaften aufweisen. Dies könnte bestätigen, ob akkretionsgetriebene Ausbrüche ein universelles Phänomen in der Entwicklung junger Sterne sind. Die Ergebnisse unterstreichen auch die Bedeutung fortgesetzter Beobachtungen dieser rätselhaften Sterne, um ihr Verhalten und ihre Auswirkungen auf die Planetenbildung vollständig zu verstehen.
Quellen
- Google News ScienceSekundär
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