EU-Forscher haben trotz neuem Gesetz Schwierigkeiten, auf Social-Media-Daten zuzugreifen
Europäische Forscher, die die Schäden sozialer Medien untersuchen wollen, stehen vor einem Problem beim Datenzugriff, obwohl ein neues EU-Gesetz ihnen beispiellose Rechte zur Überprüfung von Big Tech einräumen soll. Gemäß dem Digital Services Act (DSA), der im Februar 2024 in Kraft trat, können Forscher interne Daten von Plattformen wie TikTok, X (ehemals Twitter) und Meta anfordern, um systemische Risiken wie Desinformation, Hassrede und Kindersicherheit zu untersuchen. Forscher sagen jedoch, dass diese Unternehmen immer noch entscheiden, wer einen Blick hineinwerfen darf, was zu Verzögerungen und Unsicherheit führt.
Der DSA verlangt von sehr großen Online-Plattformen (VLOPs) mit über 45 Millionen Nutzern in der EU, geprüften Forschern Zugang zu Daten für Studien über gesellschaftliche Risiken zu gewähren. Betroffene Plattformen sind TikTok, X und Metas Facebook und Instagram. Das Gesetz ist wichtig, weil unabhängige Forschung entscheidend für das Verständnis und die Minderung von Online-Schäden ist, aber ohne rechtzeitigen Datenzugriff werden Studien blockiert. Beispielsweise haben Forscher der Universität Amsterdam und anderer Institutionen Anträge gestellt, berichten aber von monatelangen Wartezeiten oder glatten Ablehnungen.
Konkrete Zahlen zeigen, dass bis März 2024 nur eine Handvoll Forscher Zugang gemäß dem DSA erhalten haben. Die Europäische Kommission hat 19 VLOPs benannt, darunter Amazon, Apple und Google, aber der Fokus liegt auf sozialen Medien. Hintergrund: Vor dem DSA waren Forscher auf freiwillige Datenweitergabevereinbarungen angewiesen, die oft begrenzt oder widerrufen wurden. Der DSA soll dies ändern, indem er den Datenzugriff zu einem gesetzlichen Recht macht, aber Plattformen können Anträge ablehnen, wenn sie sie für nicht ausreichend spezifisch halten oder der Forscher nicht akkreditiert ist.
Nächste Schritte: Die Europäische Kommission wird voraussichtlich Leitlinien zur Behandlung von Streitigkeiten über den Datenzugriff herausgeben. In der Zwischenzeit fordern Forscher schnellere Entscheidungen und Transparenz von den Plattformen. Einige haben gedroht, Beschwerden bei nationalen Regulierungsbehörden einzureichen, was zu Geldstrafen von bis zu 6 % des weltweiten Jahresumsatzes eines Unternehmens führen könnte. Der Ausgang wird entscheiden, ob der DSA sein Versprechen erfüllt, die Blackbox der Social-Media-Algorithmen für die öffentliche Kontrolle zu öffnen.
Quellen
- WiredSekundär
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