SpaceX-Rakete crasht mit 8.700 km/h auf dem Mond
Eine ausgediente Oberstufe einer SpaceX Falcon 9 wird am 27. Juli 2026 mit 8.700 Kilometern pro Stunde auf dem Mond einschlagen, wie Astronomen, die das Objekt verfolgen, mitteilten. Der Einschlag wird auf der erdabgewandten Seite des Mondes erwartet, sodass er von der Erde aus nicht direkt sichtbar ist.
Die Raketenstufe treibt seit dem Start des DSCOVR-Klimaobservatoriums im Februar 2015 durchs All. Nach Abschluss ihrer Mission fehlte ihr der Treibstoff, um zur Erde zurückzukehren oder das Erde-Mond-System zu verlassen. Sie verblieb in einer chaotischen Umlaufbahn, die nun in einer Mondkollision endet.
Es handelt sich um den ersten bekannten unbeabsichtigten Einschlag eines von Menschen geschaffenen Weltraumschrotts auf dem Mond. Das Ereignis wirft Fragen zum wachsenden Problem des Weltraummülls und zur möglichen Kontamination von Himmelskörpern auf.
Wissenschaftler weisen darauf hin, dass der Einschlag eine seltene Gelegenheit bieten könnte, die Zusammensetzung der Mondoberfläche anhand der entstehenden Auswurfwolke zu untersuchen, auch wenn derzeit keine Mission zur direkten Beobachtung geplant ist. Mondorbiter wie der Lunar Reconnaissance Orbiter der NASA könnten den Einschlagort später fotografieren.
Die Falcon-9-Oberstufe wiegt rund vier Tonnen und wird einen Krater von schätzungsweise bis zu 20 Metern Durchmesser reißen, wie Berechnungen des unabhängigen Astronomen Bill Gray ergeben haben. Gray identifizierte als erster die Flugbahn des Objekts und verfolgt es seit Jahren unter der Bezeichnung WE0913A.
Der DSCOVR-Satellit wurde am 11. Februar 2015 von Cape Canaveral in Florida zum Lagrange-Punkt L1 in einer Million Kilometer Entfernung von der Erde gestartet. Die zweite Stufe der Falcon 9 verblieb in einer stark elliptischen Umlaufbahn, und die Gravitationskräfte von Erde, Mond und Sonne brachten sie allmählich auf Kollisionskurs mit dem Mond.
Der Einschlag unterstreicht die Notwendigkeit strengerer Regeln für die Entsorgung von Raumfahrzeugen am Ende ihrer Lebensdauer. Internationale Richtlinien enthalten derzeit keine verbindlichen Verpflichtungen für Objekte, die auf tiefen Raumkursen zurückgelassen werden.
Quellen
- Google News ScienceSekundär
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