Rivian ruft 98.828 E-Autos wegen Rückfahrkamera zurück

Rivian ruft in den USA 98.828 Elektrofahrzeuge zurück, weil eine Bildschirmmeldung das Bild der Rückfahrkamera verdecken kann, sobald der Fahrer den Rückwärtsgang einlegt. Die US-Verkehrsbehörde NHTSA erhielt den Herstellerbericht am 16. September 2026 und führt ihn als Kampagne 26V597000; breiter berichtet wurde darüber am 23. September. Betroffen sind bestimmte R1S der Modelljahre 2022-2027, R1T von 2022-2026 sowie der R2 des Jahrgangs 2027. In der Formulierung der NHTSA "kann das Bild der Rückfahrkamera im Rückwärtsgang durch eine Benachrichtigung verdeckt werden", weshalb die Fahrzeuge "die Anforderungen des Federal Motor Vehicle Safety Standard (FMVSS) Nummer 111, 'Rear Visibility', nicht erfüllen".
Bedeutsam ist die Aktion nicht nur wegen ihres Umfangs: Sie ist der erste Rückruf, der den R2 erfasst, Rivians neueres und kleineres SUV. RivianTrackr veröffentlichte am 23. September eine Aufschlüsselung nach Modellen und nennt 62.259 R1S, 34.088 R1T und 2.481 R2 — eine Summe, die exakt der von der NHTSA genannten Zahl von 98.828 Fahrzeugen entspricht. CNBC nannte in seinem Bericht vom 23. September eine abweichende Zahl und sprach von rund 100.700 Fahrzeugen; in der NHTSA-Meldung stehen 98.828.
Für Halter ist der praktische Teil ungewöhnlich unaufwendig. Die Abhilfe ist ein kostenloses Over-the-Air-Update, das nicht erst geplant, sondern bereits ausgerollt ist: Laut RivianTrackr steckt die Korrektur in Softwareversion 2026.23 für die R1-Modelle und 2026.31 für den R2, und mehr als 95 Prozent der betroffenen Fahrzeuge hatten sie bereits erhalten. Rivians interne Nummer für die Aktion lautet FSAM-1866. Die Benachrichtigungsschreiben an Halter sollen am 9. November 2026 verschickt werden; ab diesem Datum sind die betroffenen Fahrzeug-Identifizierungsnummern laut NHTSA auf deren Website abrufbar. Die Rivian-Kundenhotline zum Rückruf ist 1-888-748-4261.
Die Sicherheitsbegründung ist knapp: "Ein verdecktes Rückfahrkamerabild kann die Sicht des Fahrers nach hinten einschränken und das Unfallrisiko erhöhen", heißt es im NHTSA-Eintrag. FMVSS 111 schreibt seit 2018 für neue leichte Fahrzeuge in den USA ein Rückfahrbild vor; eine Kamera, die sich durch eine Meldung unterbrechen lässt, gilt schon deshalb als nicht regelkonform. Rivian sei nach Angaben von RivianTrackr kein Unfall, keine Verletzung und kein Todesfall im Zusammenhang mit dem Problem bekannt. Der NHTSA-Eintrag enthält weder eine "Park it"- noch eine "Park outside"-Warnung.
Nicht im öffentlichen Datensatz steht, wann Rivian den Mangel entdeckt hat, welche Arten von Bildschirmmeldungen ihn auslösen und wie lange das Kamerabild verdeckt bleiben kann. Mehrere Medien bezeichnen die Aktion als Rivians größten Pkw-Rückruf in den USA nach Stückzahl; die NHTSA selbst stellt diesen Vergleich nicht an. Wer sich nicht darauf verlassen will, dass sein Auto sich längst selbst aktualisiert hat, kann jetzt die Softwareversion im Fahrzeug prüfen oder ab dem 9. November die eigene Fahrzeug-Identifizierungsnummer auf NHTSA.gov nachschlagen.
Quellen
- NHTSA — Recall campaign 26V597000 (Recalls API)Primärquelle
- RivianTrackr — Rivian rearview camera recallSekundär
- CNBCSekundär
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