Fifa treibt Plan für 64 Teams bei WM 2030 voran
Die Fifa treibt einen Plan zur Aufstockung der Fußball-Weltmeisterschaft auf 64 Teams ab dem Turnier 2030 rasch voran. Sie hat eine Ausschreibung für eine Wirtschaftlichkeitsanalyse veröffentlicht, die bis zum 11. September 2026 vorliegen muss – ein Zeitplan, der auf eine Entscheidung noch in diesem Jahr hindeutet.
Laut der Ausschreibung, die dem Guardian vorliegt, soll der erfolgreiche Auftragnehmer am 14. August 2026 ausgewählt werden und hat dann nur vier Wochen Zeit für die Studie. Angebote müssen bis zum 7. August 2026 eingereicht werden.
Der beschleunigte Vorstoß erfolgt nur Tage nach Enthüllungen Ende Juli 2026, wonach Fifa-Präsident Gianni Infantino Teile der WM an private Investoren verkaufen wollte – ein Plan, der die Uefa zu Boykottdrohungen veranlasste. Die Mitgliedsverbände wurden vor der Ausschreibung nicht informiert, was weitere Governance-Bedenken aufwirft.
Konkret soll die Studie die Auswirkungen auf die Turniererlöse und das gesamte Fußball-Ökosystem bewerten sowie die Unterstützung oder Ablehnung durch Interessengruppen, das Wohl der Spieler, die Produktqualität und den internationalen Spielkalender. Ausdrücklich werden Schätzungen zu Ticket-, Sponsoring- und Medienrechte-Einnahmen bei einem 64-Team-Format verlangt.
Infantino hatte Anfang Juli 2026 gesagt, eine Aufstockung werde nach der WM 2026 diskutiert. Alejandro Domínguez, Präsident des südamerikanischen Verbands Conmebol, erneuerte den Vorschlag nach dem Ende des Turniers 2026.
Die WM 2030 soll von Marokko, Portugal und Spanien gemeinsam ausgerichtet werden, mit einzelnen Spielen in Argentinien, Paraguay und Uruguay zum 100-jährigen Jubiläum. Ein größeres Turnier könnte es jedem dieser südamerikanischen Länder ermöglichen, mindestens eine komplette Gruppe auszurichten.
Uefa und Concacaf haben sich gegen eine weitere Aufstockung ausgesprochen, und der Schritt der Fifa dürfte diesen Widerstand noch verhärten. Sollte das 64-Team-Format bestätigt werden, hätte die 2026 eingeführte Variante mit 48 Teams nur kurz Bestand; von 1998 bis 2022 traten 32 Mannschaften an. Der enge Zeitrahmen für die Bewertung einer so bedeutenden Änderung dürfte Kritik hervorrufen, ebenso wie Fragen zur künftigen Eignung der Gastgeber.
Quellen
- The Guardian FootballSekundär
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