EU erzwingt KI-Transparenz mit 15-Millionen-Bußgeldern
Die Transparenzregeln der Europäischen Union für künstliche Intelligenz sind am 2. August 2026 in Kraft getreten. Verlage müssen nun KI-generierte Inhalte kennzeichnen und Nutzer darüber informieren, wenn sie mit einem KI-System interagieren.
Gemäß Artikel 50 des KI-Gesetzes müssen Inhalte mit dem Vermerk „KI“ versehen werden, wenn Maschinen bei der Erstellung geholfen haben, oder „KI-generiert“, wenn sie vollständig von KI erstellt wurden, so die Leitlinien der Europäischen Kommission. Beispiele sind vollständig KI-generierte Deepfake-Videos von Politikern, KI-komponierte Musik und KI-generierte Nachrichtenzusammenfassungen. Nutzer müssen auch darüber informiert werden, wenn sie mit einem Bot statt mit einem Menschen chatten.
„Die Menschen sollen wissen, wann sie mit KI interagieren oder KI-generierten Inhalten ausgesetzt sind“, erklärte die Kommission. Die Pflichten sollen Vertrauen und Integrität im Informationsökosystem fördern. Die Regeln gelten auch für KI-Systeme, die Emotionen erkennen oder biometrische Daten verarbeiten.
Anbieter allgemeiner KI-Modelle müssen separate Anforderungen erfüllen: Dokumentation, Veröffentlichung von Trainingsdaten-Zusammenfassungen und Umsetzung von Urheberrechtsrichtlinien. Bei Verstößen können nationale Behörden Bußgelder von bis zu 15 Millionen Euro oder 3 % des weltweiten Jahresumsatzes verhängen; für EU-Einrichtungen bis zu 750.000 Euro. Für kleine und mittlere Unternehmen wird die Verhältnismäßigkeit berücksichtigt.
Persönliche Kommunikation und „offensichtlich künstlerische“ satirische oder fiktive Werke sind ausgenommen. Die Kommission, die die Einhaltung überwacht, bezeichnete die wirksame Umsetzung als „eine zentrale Priorität“.
Die Industrie kritisiert die Regeln als unzumutbare Belastung, die Innovationen bremsen könnte. Die Kommission argumentiert jedoch, dass sie einen einheitlichen Markt mit harmonisierten Vorschriften schaffen, die Entwicklung vereinfachen und gleichzeitig Risiken für Gesundheit, Sicherheit, Grundrechte, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit adressieren.
Quellen
- EngadgetSekundär
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