BP verkauft Nordsee-Öl- und Gasgeschäft nach sechs Jahrzehnten
BP hat ein formelles Verfahren zum Verkauf seines Öl- und Gasgeschäfts in der Nordsee eingeleitet. Dieser Schritt beendet sechs Jahrzehnte Förderung in der Region. Die Ankündigung erfolgte am 31. Juli 2026, während das Unternehmen unter der neuen CEO Meg O'Neill seine Aktivitäten vereinfachen und Schulden abbauen will.
Der Verkauf betrifft die langjährige Präsenz von BP in der Nordsee, die 1964 mit der ersten britischen Lizenz begann. Das Unternehmen entdeckte 1965 das Gasfeld West Sole und 1970 das riesige Forties-Feld – Meilensteine in seiner Geschichte dort.
CEO Meg O'Neill erklärte, die Nordsee bleibe integraler Bestandteil des britischen Energiesystems, doch das Geschäft sei unter einem anderen Eigentümer besser aufgehoben, da BP Kapital auf wertschöttere Gelegenheiten konzentriere. Sie betonte, dass Großbritannien weiterhin eine wichtige Rolle in BPs Zukunft spielen werde, und hob die geschaffenen Arbeitsplätze und Beiträge zur Wirtschaft hervor.
Der Verkaufsprozess erfolgt vor dem Hintergrund umfassender Veränderungen bei BP, darunter O'Neills Amtsantritt am 1. April 2026 und die anschließende Abberufung von Aufsichtsratschef Albert Manifold weniger als zwei Monate später wegen Governance-Bedenken. Die Entscheidung folgt auch auf Äußerungen von Andy Burnham über einen pragmatischen Ansatz beim Bohren in der Nordsee sowie auf die Zusicherung von Energieministerin Miatta Fahnbulleh, dass sie in engem Kontakt mit BP stehe, um Arbeiter und Gemeinden zu schützen.
Marktanalyst Chris Beauchamp von IG bezeichnete den Verkauf als Wasserscheide und deutete an, dass BP nicht bereit sei, auf die Entwicklung der Regierungspolitik zu warten, wenn der Bedarf an der Erschließung neuer Energiefelder drängend sei. Fahnbulleh räumte ein, dass Öl und Gas noch jahrelang Teil des Energiemixes bleiben werden, und unterstrich die Rolle der Nordsee als lebenswichtige nationale Ressource.
Der formelle Vermarktungsprozess ist nun im Gange; BP signalisiert, dass seine Nordsee-Aktivitäten in neue Hände übergehen werden, während das Unternehmen sein Portfolio umgestaltet.
Quellen
- The Guardian WorldSekundär
- BBC BusinessSekundär
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