Singapurische Zentralbank strafft Geldpolitik in überraschendem Schritt
Die Zentralbank Singapurs hat die Geldpolitik zum zweiten Mal in Folge unerwartet gestrafft und damit die Märkte überrascht, da sie gegen steigende Inflationsrisiken vorgeht, die durch höhere Ölpreise angeheizt werden. Die Monetary Authority of Singapore (MAS) gab am Freitag bekannt, dass sie die Steigung des Bandes für den nominalen effektiven Wechselkurs des Singapur-Dollars leicht erhöhen wird, ohne Änderungen an dessen Breite oder dem Niveau, auf dem es zentriert ist. Dies ist die zweite Straffung innerhalb von zwei Quartalen, nach einem ähnlichen Schritt im Oktober 2021.
Die Entscheidung betrifft alle Sektoren der singapurischen Wirtschaft, da die MAS den Wechselkurs anstelle der Zinssätze zur Steuerung der Geldpolitik nutzt. Indem die Zentralbank den Singapur-Dollar aufwerten lässt, will sie die importierte Inflation dämpfen, die durch die stark steigenden globalen Energiekosten verschärft wird. Der Schritt ist für Verbraucher und Unternehmen bedeutsam, da er dazu beitragen könnte, Preissteigerungen bei Waren und Dienstleistungen zu mäßigen, aber auch die Exportwettbewerbsfähigkeit belasten könnte.
Die MAS erklärte, dass die Kerninflationsrate, die Unterkunft und private Verkehrsmittel ausschließt, im Jahr 2022 voraussichtlich auf 2-3% steigen wird, gegenüber einer früheren Prognose von 1-2%. Die Gesamtinflation wird auf 2,5-3,5% geschätzt, verglichen mit der vorherigen Schätzung von 1,5-2,5%. Die Straffung erfolgt, während die Weltwirtschaft mit Lieferkettenunterbrechungen und steigenden Rohstoffpreisen konfrontiert ist, wobei die Ölpreise kürzlich Mehrjahreshochs erreicht haben.
In ihrer Erklärung wies die MAS darauf hin, dass die Erholung der singapurischen Wirtschaft weiterhin ungleichmäßig verläuft, die Risiken für die Inflation jedoch deutlicher geworden sind. Die Zentralbank warnte, dass weitere Straffungen gerechtfertigt sein könnten, wenn der Preisdruck anhält. Ökonomen hatten weitgehend erwartet, dass die MAS die Politik unverändert lässt, was die Entscheidung zu einer Überraschung machte. Die nächste politische Überprüfung ist für April 2022 geplant, und Analysten werden nach Anzeichen dafür Ausschau halten, ob der Straffungszyklus anhält.
Quellen
- Google News BusinessSekundär
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