Palantir-Umsatz springt um 93 % auf 1,94 Mrd. Dollar trotz Gaza-Kritik
Palantir Technologies, das US-amerikanische Unternehmen für künstliche Intelligenz und Datenanalyse, meldete am 4. August 2026 einen Umsatz von 1,94 Milliarden Dollar im zweiten Quartal – ein Anstieg von 93 Prozent gegenüber dem Vorjahr – und hob seine Jahresprognose auf 8,15 bis 8,158 Milliarden Dollar an, nachdem zuvor 7,65 bis 7,662 Milliarden Dollar erwartet worden waren. Die Aktie stieg im nachbörslichen Handel um mehr als 14 Prozent.
Vorstandschef Alex Karp nannte das Quartal „überirdisch“ und verwies auf ein Wachstum des US-Kommerzgeschäfts von 149 Prozent im Jahresvergleich.
Die Einnahmen aus dem US-Regierungsgeschäft stiegen im Jahresvergleich um 90 Prozent auf 809 Millionen Dollar. Das Unternehmen hält milliardenschwere Verträge mit US-Behörden, darunter der Armee.
In einem Aktionärsbrief schrieb Karp, das Geschäft „wächst mit einer Rate und in einem Umfang, wie wir es noch nie erlebt haben“.
Das Wachstum erfolgt trotz zunehmender Kritik an den Verbindungen des Unternehmens zu den US- und israelischen Regierungen sowie seiner Rolle in künstlicher Intelligenz und Kriegsführung. Palantir wurde 2003 von Karp und Peter Thiel gegründet, eröffnete 2015 sein erstes Büro in Israel und weitete die Zusammenarbeit mit dem israelischen Militär aus. Nach einer „strategischen Partnerschaft“ mit Israel im Januar 2024 weitete das Unternehmen seine Aktivitäten zur Unterstützung der israelischen Militäroperationen im Gazastreifen und im besetzten Westjordanland erheblich aus.
Laut Open Intel, einer Plattform, die die Beteiligung von Unternehmen am Krieg in Gaza verfolgt, hat Palantir ehemalige Mitglieder der israelischen Cyberaufklärungseinheit 8200 angeworben; seine Software hilft bei der Erstellung militärischer Ziellisten, indem sie abgefangene Kommunikation, Satellitenbilder und andere Datensätze integriert. Palantir UK bekräftigte 2026 in einer Stellungnahme gegenüber Al Jazeera seine Unterstützung für Israel.
Das Unternehmen ist auch in Großbritannien in die Kritik geraten. Im Januar 2026 vergab das Verteidigungsministerium einen Auftrag über 323 Millionen Dollar an Palantir. Ein NHS-Vertrag über 444 Millionen Dollar aus dem November 2023 stieß wegen des Umgangs mit sensiblen Gesundheitsdaten und stark geschwärzter Dokumente auf Kritik.
In „The Technological Republic“ argumentieren Karp und Nicholas W. Zamiska, dass Technologieunternehmen fortschrittliche militärische KI entwickeln sollten – eine Philosophie, die Kritiker als „Techno-Faschismus“ bezeichnen.
Al Jazeera hat Palantir um eine Stellungnahme gebeten.
Quellen
- Al JazeeraSekundär
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