Nepal: Flutopfer-Zahl steigt auf 1.287, über 5.000 vermisst

Nepals Katastrophenschutzbehörde NDRRMA teilte am Freitag, den 4. September, mit, dass die bestätigte Zahl der Todesopfer der Ende August verheerenden Sturzfluten auf 1.287 gestiegen ist, während rund 5.083 Menschen weiterhin vermisst werden. Die um 12.30 Uhr Ortszeit veröffentlichten Zahlen bedeuten einen deutlichen Anstieg gegenüber den etwa 1.000 Toten und 4.000 Vermissten, die dieselbe Behörde drei Tage zuvor gemeldet hatte.
Laut der distriktweisen Aufschlüsselung der NDRRMA wurden im Distrikt Chitwan mit 359 die meisten Todesopfer geborgen, gefolgt von Nawalparasi Ost mit 219, Nawalparasi West mit 212, Nuwakot mit 184, Rasuwa mit 140, Gorkha mit 72, Dhading mit 63 und Tanahun mit 38. Die Behörde erklärte, mehr als 5.300 Menschen seien wegen Verletzungen behandelt worden, und Rettungsteams hätten bislang 13.093 Menschen aus dem Katastrophengebiet gerettet.
Unter den Vermissten befinden sich 583 ausländische Staatsangehörige aus 39 Ländern, wobei die meisten Vermissten mit 2.340 in Nuwakot und 2.130 in Rasuwa registriert wurden. Die NDRRMA wies darauf hin, dass beide Zahlen weiterhin schwanken könnten, da sie "laufend aktualisiert werden, sobald geborgene Leichen identifiziert und Berichte über Touristen, ausländische Staatsangehörige und mit ihnen reisende nepalesische Staatsbürger überprüft werden".
Die Katastrophe begann am 26. August, als eine Serie von Sturzfluten und Schlammlawinen das Trishuli-Flusstal verwüstete, nachdem der Grenzübergang Gyirong zwischen Nepal und Tibet beschädigt worden war; Siedlungen auf einer Strecke von rund 72 Kilometern wurden zerstört. Die NDRRMA hatte am 2. September erklärt, insgesamt seien fast 1,6 Millionen Menschen betroffen.
Die Aktualisierung ist bedeutsam, weil sie zeigt, dass die Lage mehr als eine Woche nach der Katastrophe weiterhin ungeklärt ist. Da sich unter den Vermissten Staatsangehörige aus 39 Ländern befinden, ist die Rettungsaktion zu einem internationalen Einsatz geworden, bei dem zahlreiche Regierungen das Schicksal ihrer Bürger verfolgen. Nepals Regierung beziffert die gesamten wirtschaftlichen Schäden auf 38.754,68 Crore Rupien (umgerechnet rund 2,9 Milliarden US-Dollar) und geht davon aus, dass allein für die erste Wiederaufbauphase 795,3 Crore Rupien benötigt werden.
Nach offiziellen Angaben werden in den Distrikten Rasuwa und Nuwakot weiterhin Tausende Menschen vermisst, während Rettungskräfte Flussufer und Schuttfelder weiter absuchen; die NDRRMA hat keinen Zeitplan genannt, wann die Bilanz als endgültig gelten wird.
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