Hacker greifen 30 US-Wassersysteme über offene Steuerungen an
Am 26. und 27. Juli 2026 versuchten Hacker, in mindestens 30 kommunale Wassersysteme in Minnesota einzudringen. Seitdem wurden ähnliche Cyberangriffe auch aus Michigan und fünf weiteren Bundesstaaten gemeldet. Die Angreifer zielten nicht auf Büronetzwerke, sondern auf speicherprogrammierbare Steuerungen (SPS) – kleine Computer, die Pumpen, Ventile und andere Anlagen steuern – um die Kontrolle über kritische Wasserinfrastruktur zu übernehmen. Die Versorgungsunternehmen reagierten, indem sie die Steuerungscomputer abschalteten und die Anlagen manuell betrieben; sie versicherten, dass das Wasser trinkbar blieb. Das FBI und die Umweltschutzbehörde EPA gaben am 30. Juli 2026 eine gemeinsame Warnung heraus, in der sie bestätigten, dass Angreifer aus der Ferne auf direkt mit dem Internet verbundene MicroLogix-Steuerungen von Rockwell Automation zugegriffen und deren IP-Adressen und Passwörter geändert hatten. Die US-Regierung hat die Angriffe bislang keiner Gruppe zugeordnet, doch der erste Verdacht fällt auf Hacker, die angeblich mit dem Iran verbündet sind. Laut der Behörde für Cybersicherheit und Infrastruktursicherheit (CISA) verwendeten einige Versorgungsunternehmen noch immer die werksseitigen Standardpasswörter – eine Schwachstelle, die bereits bei ähnlichen Angriffen im Jahr 2023 ausgenutzt wurde, die mit dem Iran in Verbindung gebracht wurden und auf Steuerungen von Unitronics zielten. Forscher des National Institute of Standards and Technology warnen, dass Eindringlinge legitime Steuerungsbefehle durch bösartige Anweisungen ersetzen könnten, was den Wasserfluss oder die Wasserqualität beeinträchtigen könnte. Die Angriffe verdeutlichen die Verwundbarkeit der rund 152.000 öffentlichen Trinkwassersysteme in den USA, von denen viele auf alternde Industrieanlagen ohne moderne Sicherheitsfunktionen angewiesen sind und mit kleinem Personal betrieben werden. Als Reaktion darauf hat die CISA die Versorgungsunternehmen aufgefordert, Steuerungen und Bedienoberflächen von direkten Internetverbindungen zu trennen, für den Fernzugriff sichere Gateways oder VPNs zu verwenden, Standardpasswörter zu ändern und operative Netzwerke von Geschäftssystemen zu trennen. Eine Gruppe ehrenamtlicher Cybersicherheitsexperten bietet Unterstützung an, doch kleinere Versorgungsunternehmen benötigen möglicherweise staatliche Mittel oder gemeinsame Dienste, um sich gegen künftige Angriffe zu verteidigen.
Quellen
- The Independent WorldSekundär
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