Frasers Group übernimmt Harvey Nichols aus der Insolvenz
Die Frasers Group, Eigentümerin von Sports Direct, hat Harvey Nichols am 13. August 2026 für einen nicht genannten Betrag aus der Insolvenz übernommen. Die gehobene Kaufhauskette hatte gewarnt, dass ihr ohne neue Finanzmittel innerhalb eines Jahres das Geld ausgehen könnte.
Die Übernahme umfasst die fünf großen britischen Filialen von Harvey Nichols in London, Edinburgh, Birmingham, Leeds und Manchester sowie deren 1.200 Mitarbeiter. Gespräche über die Zukunft der Filiale in Dublin laufen noch, während die Franchise-Vereinbarungen für Auslandsstandorte in Riad, Dubai, Doha, Kuwait und zwei in Hongkong fortgeführt werden. Das Restaurant der Kette im Oxo Tower in London ist nicht enthalten und wird separat verkauft.
Harvey Nichols, 1831 als Leinenladen gegründet und ein Symbol des Chic der 1990er Jahre, kämpft seit der Pandemie mit rückläufigen Ausgaben ausländischer Touristen. Laut am Wochenende veröffentlichten Bilanzen meldete das Unternehmen für das Geschäftsjahr bis zum 29. März 2025 einen Verlust nach Steuern von 105 Millionen Pfund, nachdem konzerninterne Darlehen abgeschrieben wurden. Die Geschäftsführung warnte, dass das Unternehmen nicht fortführungsfähig sei und mehrere Angebote erhalten habe.
Die Frasers Group erklärte, dass eine erhebliche Umstrukturierung und Integration erforderlich sein werde, einschließlich einer Überprüfung des Filialnetzes, der Organisationsstruktur und der Kostenbasis. Das Unternehmen hatte bereits 2018 House of Fraser aus der Insolvenz übernommen und seitdem etwa 40 der damals 60 Filialen geschlossen. Frasers hat auch Interessen im Luxussegment aufgebaut, etwa durch die Kette Flannels und Beteiligungen an Hugo Boss und Mulberry.
Harvey Nichols wurde vom langjährigen Eigentümer Dickson Poon zum Verkauf angeboten, der die Kette 1991 für 53 Millionen Pfund erworben und 1996 an die Londoner Börse gebracht hatte. Die Filiale in Knightsbridge eröffnete 1889 und gehörte zuvor der Burton Group. Der FTSE-100-Einzelhändler Next hatte Interesse gezeigt, allerdings nur an ein oder zwei Filialen, was Ashleys Angebot attraktiver machte.
Michael Murray, CEO der Frasers Group, nannte Harvey Nichols eine ikonische britische Institution mit erheblichem Potenzial, betonte jedoch, dass ein bedeutender Wandel nötig sei. Kontrollaktionär Mike Ashley sagte der Financial Times am Freitag, die Kette befinde sich in einer "Abwärtsspirale" und ihre Sanierung werde eine "enorme Herausforderung" sein.
Quellen
- The Guardian WorldSekundär
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