Cybersicherheit

Iranische Hacker greifen Wasserwerke in zwölf US-Bundesstaaten an

Veröffentlicht am 14.08.2026, 19:242 min readNewUJ Editorial Desk

Iranische Hacker greifen Wasserwerke in zwölf US-Bundesstaaten an
Photo: Shahadat Rahman · Unsplash
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Seit Ende Juli erschüttert eine Welle von Cyberangriffen die Wasserwirtschaft in den USA. Betroffen sind mindestens sieben Bundesstaaten, allein in Minnesota wurden mehr als 30 Gemeinden attackiert. Das FBI bestätigte, dass einige Angriffe den Betrieb der Wasseraufbereitung beeinträchtigten. Die Behörden vermuten, dass iranische Regierungshacker hinter der Kampagne stecken.

Die Angriffe haben in mehreren Bundesstaaten die Versorgung gestört. In Braham, Minnesota, wurde das Wasserwerk für einige Stunden vom Netz genommen; die rund 1.700 Einwohner wurden aufgefordert, Wasser zu sparen. Maple Plain, ebenfalls in Minnesota, rief kurzzeitig den Notstand aus. In einem County außerhalb von Atlanta, Georgia, wurde den Bewohnern geraten, das Wasser abzukochen. Weitere Vorfälle gab es in Arkansas, New Jersey und Michigan.

Die Kampagne ist bedeutsam, weil sie einen kritischen Sektor mit begrenzten Cybersicherheitsressourcen ins Visier nimmt. In den USA gibt es mehr als 150.000 Wassersysteme, viele davon in lokaler Hand, denen oft das Know-how zur Abwehr ausgefeilter Angriffe fehlt. Cybersicherheitsexperten gingen lange davon aus, dass iranische Hacker eher opportunistisch und isoliert vorgehen – dieser koordinierte Angriff könnte eine Eskalation darstellen.

Am 28. Juli teilten die Behörden in Minnesota mit, dass Wasseraufbereitungsanlagen in über 30 Gemeinden von koordinierten Cyberangriffen getroffen wurden. Zwei Tage später meldete das FBI, dass Wasser- und Abwasserunternehmen in mindestens sieben Bundesstaaten Vorfälle gemeldet hätten, einige mit Beeinträchtigungen des Betriebs. Das FBI wies auch darauf hin, dass einige Angriffe Druckverlust verursachten, wodurch unbehandeltes Grundwasser in die Leitungen gelangen und Überschwemmungen auftreten könnten.

Die US-Regierung hat offiziell keinen Verantwortlichen benannt, doch die Hinweise deuten auf den Iran. Tage vor den Angriffen in Minnesota aktualisierte die Cybersicherheitsbehörde CISA eine Warnung vom April, wonach iranische Hacker internetfähige Geräte in Wasser- und Energiesystemen ins Visier nehmen. Das gemeinnützige Water Information Sharing and Analysis Center teilte seinen Mitgliedern mit, dass die Angriffe zu dieser Kampagne passen. Die Washington Post berichtete, dass die US-Geheimdienste überzeugt sind, dass das Korps der Islamischen Revolutionsgarde verantwortlich ist. Eine offizielle Zuordnung steht jedoch aus, weil unklar ist, welche Einheit beteiligt war und weil man möglicherweise Präsident Donald Trump nicht widersprechen will, der einen iranischen Cyberangriff bestritt und Minnesota die Schuld gab.

Iranische Hacker haben bereits in der Vergangenheit kritische Infrastruktur der USA angegriffen, möglicherweise als Vergeltung für den laufenden Krieg. Im März legte die Hacktivistengruppe Handala, die später mit dem iranischen Geheimdienstministerium in Verbindung gebracht wurde, den Medizintechnikkonzern Stryker lahm und behauptete, das private Gmail-Konto von FBI-Direktor Kash Patel gehackt zu haben. Anfang dieses Monats entdeckte die Cybersicherheitsfirma Forescout mehr als 2.800 Steuerungen in US-Wassersystemen, die online exponiert waren – wobei eine Exposition nicht garantiert, dass Hacker reale Schäden anrichten können. Die Angriffe haben auch die Angst der Bevölkerung vor der Wassersicherheit geschürt, was Teil des Ziels der Hacker sein könnte, Panik zu verbreiten.

Quellen

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