Bank of England belässt Leitzins bei 3,75 %
Die Bank of England beließ ihren Leitzins am 30. Juli 2026 bei 3,75 %, nachdem ihr geldpolitischer Ausschuss mit sechs zu drei Stimmen gegen eine Änderung der Kreditkosten gestimmt hatte. Die Entscheidung fiel vor dem Hintergrund eskalierender Konflikte im Nahen Osten und eines erneuten Anstiegs der Ölpreise auf über 90 Dollar pro Barrel.
Haushalte und Unternehmen in ganz Großbritannien sehen sich weiterhin mit anhaltenden Lebenshaltungskosten konfrontiert, wobei die Bank warnte, dass ein längerer Iran-Krieg die Inflation im nächsten Jahr auf über 4 % treiben könnte. In einem ungünstigen Szenario, in dem Öl über 100 Dollar pro Barrel bleibt, könnte die Inflation laut Prognose der Bank bis Mitte 2027 auf 4,5 % steigen.
Die geteilte Abstimmung spiegelt tiefe Meinungsverschiedenheiten unter den politischen Entscheidungsträgern wider. Die externen Mitglieder Catherine Mann und Megan Greene sowie Chefvolkswirt Huw Pill sprachen sich für eine sofortige Anhebung um einen Viertelprozentpunkt auf 4 % aus. Mann, Greene und Pill waren bereits bei der letzten Sitzung überstimmt worden, was auf anhaltende falkenhafte Bedenken hinsichtlich einer verfestigten Inflation hindeutet.
Offizielle Zahlen zeigen, dass die britische Inflation im Juni stärker als erwartet auf 2,6 % gefallen ist, nach einem Höchststand von 3,8 % im Vorjahr. Die zentrale Prognose der Bank, die von einem Rückgang der Ölpreise auf etwa 71 Dollar pro Barrel ausgeht, sieht die Inflation im Laufe des Jahres 2026 aufgrund höherer Treibstoff- und Energiekosten jedoch immer noch bei etwa 3,2 % ihren Höhepunkt erreichen. Brent-Rohöl notierte letzte Woche kurzzeitig über 100 Dollar pro Barrel, bevor es wieder fiel, lag aber am Donnerstag über 90 Dollar.
Gouverneur Andrew Bailey räumte das gemischte Bild ein und erklärte, dass die Inflation zwar schneller als erwartet gefallen sei, volatile Energiepreise infolge des Nahost-Konflikts sie jedoch wieder ansteigen ließen. Er betonte das Engagement der Bank, sicherzustellen, dass jeder Anstieg vorübergehend sei und zum 2-Prozent-Ziel zurückkehre. Die Bank stellte außerdem fest, dass ein lockerer Arbeitsmarkt und höhere Kreditkosten die Inflation allmählich senken würden.
In einer damit zusammenhängenden Entwicklung kündigte der neue Premierminister Andy Burnham in seiner ersten Woche ein Unterstützungspaket an, das unter anderem die Abschaffung der Mehrwertsteuer auf Stromrechnungen vorsieht, um diese ab Oktober um durchschnittlich 45 Pfund pro Jahr zu senken. Die Bank erwartet, dass dies zusammen mit einer Obergrenze für Busfahrpreise von 2 Pfund die Gesamtinflation um 0,1 Prozentpunkte senken wird. Inzwischen beließ die US-Notenbank Fed unter dem neuen Vorsitzenden Kevin Warsh die Zinsen am Mittwoch unverändert, doch die US-Kreditkosten stiegen aufgrund von Zweifeln an der Fähigkeit der Fed, den Energiepreisschock einzudämmen, auf den höchsten Stand seit 2007.
Quellen
- The Guardian WorldSekundär
- CNBC Top NewsSekundär
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