Twitch trainiert Amazon-KI standardmäßig mit Streamern – Opt-out nötig
Twitch gab am 12. August 2026 bekannt, dass es die Inhalte von Streamern standardmäßig zum Training der generativen KI-Modelle von Amazon verwenden wird – wer das nicht möchte, muss selbst aktiv werden. Die Entscheidung stieß in der Community sofort auf Kritik; viele Nutzer äußerten während eines Livestreams auf dem offiziellen Twitch-Kanal ihre Ablehnung gegenüber KI.
Twitchs Community-Chefin Mary Kish und Produktchef Mike Minton sprachen vor fast 3.000 Zuschauern in dem Stream. Auf die Frage, warum das Programm nicht als Opt-in gestaltet ist, antwortete Minton: „Wenn es ein Opt-in wäre, würde niemand zustimmen. Das ist ehrlich gesagt die Antwort.“ Das Unternehmen stellte die Änderung als neue Einstellung dar, mit der man verhindern kann, dass Kanalinhalte für das KI-Training bei Amazon verwendet werden.
Die Maßnahme ist bedeutsam, weil Twitch-Creator oft viele Stunden pro Woche sich selbst und ihre Stimme übertragen und so Tausende Stunden Audio- und Videomaterial erzeugen, das für das Training von KI-Modellen wertvoll ist. Viele Streamer befürchten, dass sie ihre Inhalte unwissentlich preisgeben, zumal die gängigsten generativen KI-Produkte mit Daten aus dem Internet ohne Zustimmung trainiert werden.
Kish wies darauf hin, dass Twitch nicht allein dasteht: Meta nutzt öffentliche Inhalte von Facebook und Instagram zum Training seiner KI-Modelle. In Großbritannien können Nutzer dem Training widersprechen; anderswo ist die einzige Möglichkeit, private Einstellungen zu verwenden, was für Creator, die ihre Konten monetarisieren, nicht praktikabel ist. Kish sagte, die Opt-out-Option von Twitch spiegele die Stimme der Community gegen das Training generativer KI-Modelle wider.
Um zu widersprechen, müssen Nutzer zu den Kanaleinstellungen gehen, den Reiter „Sicherheit und Datenschutz“ wählen, zu „Training für generative KI“ scrollen und den Schalter deaktivieren. Als ein Nutzer fragte, ob ihre Videos bereits für das Training verwendet wurden, sagte Minton: „Ich kenne die Antwort auf diese Frage nicht, weil ich nicht weiß, was Amazon beim Modelltraining gemacht hat und was sie verwendet haben und was nicht.“
Die Ankündigung hat Verwirrung und Empörung ausgelöst, und Twitch scheint auf weitere Kritik gefasst. Das Unternehmen hat nicht erklärt, ob es die Standard-Opt-in-Politik überdenken oder mehr Klarheit über die frühere Nutzung von Streamer-Inhalten durch Amazon schaffen wird.
Quellen
- TechCrunchSekundär
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